Der Verdacht: gewerbs- und bandenmäßiger Abrechnungsbetrug. Stähler hatte erst zwei Tage vor den Verhaftungen seinen Posten angetreten und steht nun im Mittelpunkt des größten Klinik-Skandals in Berlin.
Dass gegen die Führungsetage des Klinikkonzerns ermittelt wird, hat Stähler erst am Tag der Festnahmen erfahren. "Das war ein Schock", verrät Stähler dem Berliner "Tagesspiegel". 128 strafrechtlich relevante Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft, der Betrug soll einen Schaden von 179.000 Euro für die Krankenkassen verursacht haben. Die Ermittler durchsuchten 31 Orte, darunter DRK-Akutkliniken, ambulante Zentren und Privatwohnungen.
Alles soll jetzt auf den Prüfstand, berichtet der "Tagesspiegel". In der Zeitung heißt es: "Stähler engagiert externe Firmen, die die ambulanten Abrechnungen der vergangenen Jahre überprüfen. Viele Unterlagen hat allerdings die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die gemeinnützigen DRK-Kliniken sind ein großer Verein. Das mittelständische Unternehmen gehört zu den 25 größten Arbeitgebern der Berliner Wirtschaft. In den Kliniken werden jährlich 222 Millionen Euro Umsatz gemacht. In den dazugehörenden ambulanten medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sind es 8,5 Millionen Euro jährlich."
Eigentlich wollte Stähler es langsamer angehen lassen. Deshalb verließ der gebürtige Niedersachse die Rhön-Klinikum AG, wo er zuletzt im Vorstand mitgearbeitet hat. Der Vater von drei kleinen Kindern wollte mehr Zeit für den Nachwuchs haben, verriet er dem "Tagesspiegel".
Zu den Vorwürfen gegen die DRK-Kliniken schreibt die Berliner Tageszeitung: "Bisher geht es um den Verdacht des Abrechnungsbetruges, vor allem im Bereich von ambulanten Gefäßuntersuchungen (Angiographien). Dabei werden Gefäße durchleuchtet, wenn nötig geweitet. Die Untersuchungen sollen bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) beziehungsweise den gesetzlichen Krankenkassen widerrechtlich abgerechnet worden sein, da sie nicht von den dafür autorisierten Medizinern erbracht worden seien. Nicht Fachärzte, sondern junge Assistenzärzte hätten solche Untersuchungen eigenständig vorgenommen. Neben dem Verdacht des Betrugs geht es auch um Körperverletzung. In einem Fall sei ein Patient nach endoskopischen Untersuchungen auf eine Intensivstation verlegt worden."
Da Verdunkelungs- und Fluchtgefahr besteht, sitzt die Klinikleitung in Haft.


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