Nachdem Konzernchef Tobias Kaltenbach Ende August überraschend seinen Hut genommen hatte, erreicht die Öffentlichkeit nun eine weitere überraschende Botschaft aus dem Klinikkonzern: Asklepios hatte an hohen Abschreibungen in Griechenland und steigenden Kosten in Deutschland zu knabbern, weshalb der Gewinn im ersten Halbjahr auf 6,8 Millionen Euro eingebrochen war, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Im Vorjahr betrug der Gewinn noch 53,7 Millionen Euro. Trotz gestiegener Patientenzahl sei das erste Halbjahr für Asklepios schwierig gewesen, erklärte Finanzchef Stephan Leonhard, der jetzt sparen will.
Der Konzern musste im ersten Halbjahr 37,5 Millionen Euro auf seine Beteiligung von gut 30 Prozent am Athens Medical Center abschreiben. Finanziell sei man dennoch solide aufgestellt, erklärte Leonhard. Asklepios steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr um sechs Prozent auf 1,19 Milliarden Euro und gehört mit der Rhön Klinikum AG und Helios zu den größten privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland. Die drei Konzerne hoffen in den kommenden Monaten auf mehr Privatisierungen von öffentlichen Kliniken. Im zweiten Quartal 2011 hatte Asklepios ein öffentliches Übernahmeangebot für die Klinikkette Mediclin durchgeführt und den Anteil an der Klinikkette auf rund 34,7 Prozent ausgebaut.
Der Nachfolger von Kaltenbach steht nach Angaben von Asklepios bereits fest. Seinen Namen will das Unternehmen im September bekanntgeben, im Februar 2012 soll der neue Chef die Arbeit aufnehmen. "Aufsichtsratskreisen zufolge gibt es im dem Gremium Kritik an der Gangart der Asklepios-Spitze beim Führungswechsel", berichtet das "Hamburger Abendblatt". Der Aufsichtsrat sei über die Ablösung Kaltenbachs und die Bestellung seines Nachfolgers bisher nicht ausreichend informiert worden, sagte ein Insider zu Reuters.


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