Für die Studie werteten die Mediziner nach einem Bericht des Fernsehsenders NDR Daten von knapp 5.000 Patienten aus, die in einem Zeitraum von 16 Tagen behandelt wurden. Die Patienten kamen per Rettungswagen, durch Einweisung von niedergelassenen Ärzten oder auf eigene Faust. Das Ergebnis: Etwa jeder fünfte Patient hätte nicht in der Notaufnahme behandelt werden müssen. Für sie hätte auch der Besuch einer Arztpraxis am folgenden Morgen gereicht. "Wenn ich nachts um vier Uhr mit Husten aufwache, ist es in den meisten Fällen wahrscheinlich zumutbar, zu warten, bis ein niedergelassener Arzt geöffnet hat", sagte Michael Wünning vom Marienkrankenhaus in Hamburg, der auch Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Chefärzte interdisziplinärer Notaufnahmen Hamburg ist, auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) in der Hansestadt.
Eine Lösung: Akutmedizinische Abteilung übernimmt Bagatellfälle
Das Marienkrankenhaus hat schon gehandelt: Patienten mit leichteren Erkrankungen werden in einer Akutmedizinischen Abteilung behandelt. Einen ähnlichen Weg hat das Krankenhaus Reinbek bei Hamburg eingeschlagen. Um die Notaufnahme zu entlasten, wurde eine Anlaufpraxis gegründet, die sich um die weniger schweren Fälle kümmert.
Gesundheitsbehörde will mit Faltblatt Patienten aufklären
Auch die Stadt Hamburg widmet sich dem Phänomen der überflüssigen Notaufnahmen-Besuche. Die Gesundheitsbehörde hat jetzt ein Faltblatt mit dem Titel "Hilfe im Notfall" herausgegeben. Es zeigt auf, wer bei leichten Erkrankungen außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten hilft. "Zu oft suchen Patienten die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses auf und müssen vielfach lange Wartezeiten in Kauf nehmen", hat die Behörde festgestellt. "Oder es wird ein Rettungswagen der Hamburger Feuerwehr gerufen, obwohl der Besuch bei der Hausärztin oder beim Hausarzt am nächsten Tag ausreichen würde."


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