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UnterzeichnungKooperation in Klinik und Forschung zwischen Charité und ukb

Charité und BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) haben am 11. Mai einen Kooperationsvertrag unterzeichnet mit dem Ziel, die Zusammenarbeit im klinischen und wissenschaftlichen Bereich zu intensivieren. Künftig sollen Projekte gemeinsam angegangen werden.

Kooperation Charité ukb
ukb

von links nach rechts: Prof. Dr. Heyo Kroemer, Reinhard Nieper, Senatorin Ulrike Gote, Prof. Dr. Axel Ekkernkamp

Senatorin Ulrike Gote (Grüne) begrüßt den Wunsch zu einer intensiveren Zusammenarbeit der zwei Berliner Klinik-Riesen in ihren beiden Funktionen – als Wissenschafts- und auch als Gesundheitssenatorin. „Heute zeigt sich, dass beide Ressorts zusammengehören und zusammengedacht werden sollten. Die klinische und wissenschaftliche Exzellenz beider Partner wird hier heute besiegelt, was auch den Wissenschaftsstandort Berlin stärkt“, führt sie weiter aus.

„Die Kombination von exzellenter Grundlagenforschung und klinischer Forschung an der Charité einerseits und der klinisch basierten Forschung am ukb andererseits, wird auch dazu beitragen, dass gemeinsam neue Präventionsstrategien und Therapiemethoden erarbeitet werden können“, ist sich Gote sicher und verweist auch auf den Mehrwert für die Patienten, die ein Plus an Behandlungsqualität bekommen und damit „am meisten von dieser Kooperation profitieren“. Beide Partner werden zudem an Attraktivität als Arbeitgeber, aber auch als Ausbildungsstätte gewinnen.

Gote verweist dabei auch auf eine Reihe erfolgreicher, gemeinsamer Projekte der Charité und des ukb, wie die Behandlung schwerkranker Covid-Patienten durch Teleintensivmedizin oder die Harmonisierung der Notfallversorgung in Bereichen wie Luftrettung oder Schlaganfallversorgung.

Die Kooperation soll in den Bereichen Unfallchirurgie und Notfallmedizin, in der Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, in der septischen Chirurgie mit Komplikationsmanagement und in der Behandlung von rückenmarkverletzten Patient*innen starten. Bereits laufende klinische Studien, an der beide Partner schon beteiligt sind, sollen verstärkt werden. Ebenso sind gemeinsame Seminar- und Kongressformate sowie die Rotation von Mitarbeiter*innen angedacht.

Kooperation ist die Zwillingsschwester der Spezialisierung

Gerade vor dem Hintergrund des ansteigenden Fachkräftemangels sieht Reinhard Nieper, Vorsitzender der Geschäftsführung der BG Kliniken, den einzig richtigen Weg, sich als Kliniken weiter zu spezialisieren und zu kooperieren – auch wenn dieser Weg noch nicht hinreichend im System abgebildet wird. Es ist leider heute noch notwendig, dass die „Protagonisten solcher Organisationen die Beharrlichkeit, die Phantasie aber auch das Steh- und Durchsetzungsvermögen haben, das auf den Weg zu bringen, was regulatorisch immer noch sehr schwierig ist.“

In diesem Zusammenhang dankte Nieper vor allem seinen beiden Kollegen Professor Kroemer und Professor Ekkernkamp für ihr Engagement und ihre Initiative auf diesem „langen und oft beschwerlichen Weg, damit solche Verträge in Zukunft in ihrer Umsetzung selbstverständlich werden“.

In Netzwerken liegt die Zukunft

Professor Heyo K. Kroemer sieht für die Charité die integrative Zusammenarbeit als wichtig, wie beim Berliner Institut of Health und ab 2023 auch beim Deutschen Herzzentrum. Er räumt aber auch der Zusammenarbeit und Vernetzung in der Versorgung, Wissenschaft, Ausbildung und Translation einen wichtigen Stellenwert ein, die mit dieser Kooperation intensiviert wird. „Auch mit der Prävention wollen wir uns gemeinsam sehr intensiv beschäftigen“, führt der Spitzenvertreter von Europas größtem Uniklinikum weiter aus. Die gemeinsamen Berufungen hält Kroemer für „einen der Schlüssel dieser Zusammenarbeit“.

Um schneller noch mehr Daten zu generieren und in die Translation zu bringen, hat das ukb jetzt mit der Kooperation die Möglichkeit, mehr noch als früher Patienten in wissenschaftliche Projekte miteinzubringen.

Künftig können die Berliner sich an vier Standorten behandeln lassen und von der Expertise aller Kollegen aus den Bereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie sowie Paraplegiologie profitieren. Aber auch Felder wie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, HNO oder Neurochirurgie können noch folgen, erklärt Professor Axel Ekkernkamp seine Vision. Er preist seinen Kollegen Kroemer als „Triebfeder“ für solche Projekte und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.

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