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Kommunale KrankenhäuserMarburger Bund fordert sechs Prozent mehr Gehalt

Der Marburger Bund will in der anstehenden Tarifrunde mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste auf vier pro Monat.

"Derzeit leisten mehr als die Hälfte der Ärzte in kommunalen Krankenhäusern (55 Prozent) pro Monat durchschnittlich 5 bis 9 Bereitschaftsdienste, drei Prozent sogar 10 bis 14 solcher Dienste", so der Marburger Bund in einer Mitteilung. Dies habe eine Mitgliederbefragung unter 12.000 angestellten Ärzte ergeben.

Die Gewerkschaft fordert auch klare zeitliche Vorfestlegungen für Bereitschaftsdienste: "Die Anordnung von Bereitschaftsdienst soll spätestens am letzten Arbeitstag des Vor-Vormonats im Dienstplan vermerkt sein, um der weit verbreiteten Unsitte kurzfristiger Dienstanordnungen zu begegnen. Erfolgt die Anordnung durch den Arbeitgeber nicht in der erforderlichen Einmonatsfrist, erhöht sich das Stundenentgelt für den Bereitschaftsdienst um fünf Euro. Abweichungen von der Regel sollen nur bei nachträglich eintretenden Ereignissen (z.B. Erkrankung von Ärzten) zulässig sein."

Der Marburger Bund geht außerdem mit der Forderung nach einer linearen Erhöhung der Ärztegehälter um sechs Prozent in die Tarifverhandlungen. Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt dazu: "Die geforderten Tarifsteigerungen in Höhe von sechs Prozent können die Kliniken nicht finanzieren. Sie würden einen Kostenzuwachs auslösen, der den per Gesetz gedeckelten Preiserhöhungsspielraum der Krankenhäuser um ein Mehrfaches übersteigen würde. Die Kliniken müssen im laufenden und nächsten Jahr gesetzlich verordnete Kappungen von über 1,2 Milliarden Euro gegen sich gelten lassen, davon 600 Millionen Euro im nächsten Jahr. Zu diesem Zweck wird u. a. die für die Refinanzierung von Kostensteigerungen maßgebliche Grundlohnrate für 2012 um 0,5 Prozent abgesenkt. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Rate ohnehin viel zu niedrig sein wird. Sie wird am 15. September 2011 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlicht. Abgesenkte Grundlohnrate und überhöhte Tarifraten ? das kann nicht funktionieren. Die gesetzlichen Vorgaben lassen nicht zu, den Mitarbeitern in den Krankenhäusern eine übermäßig positive Tariferhöhungsperspektive in Aussicht zu stellen. In jedem Falle wären die 600 Millionen Euro, die zur weiteren Geldansammlung im Gesundheitsfonds den Kliniken abgezogen werden, als Tariferhöhungen bei den Klinikmitarbeitern besser aufgehoben. Die Krankenhäuser wollen ihren Beschäftigten attraktive Arbeitsplätze anbieten. Dazu brauchen wir die Unterstützung der Politik."


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