Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

TarifkonfliktWarum an den Unikliniken in NRW gestreikt wird

In Nordrhein-Westfalen kommt es an vielen Unikliniken am 13. und 14. Januar zu Warnstreiks. Patienten müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Wo gestreikt wird und was die Hintergründe sind.

Streik
Andrii Yalanskyi/stock.adobe.com
Symbolfoto

An mehreren Unikliniken in Nordrhein-Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi zu zweitägigen Warnstreiks aufgerufen: Am 13. und 14. Januar sind Aktionen an den Unikliniken Köln, Bonn und Essen geplant, wie Verdi NRW mitteilte. An der Uniklinik Düsseldorf ist ein eintägiger Warnstreik für den 13. Januar angekündigt.

Die Uniklinik Köln weist ihre Patienten im Internet bereits darauf hin, dass spürbare Einschränkungen in der Patientenversorgung erwartet werden, insbesondere bei Behandlungen, die medizinisch vertretbar verschoben werden können. Die jeweiligen Fachbereiche informierten die betroffenen Patientinnen und Patienten. Um die Versorgung von Notfällen sicherstellen zu können, hat die Uniklinik Köln nach eigenen Angaben mit Gewerkschaften eine Notdienstvereinbarung verhandelt. Auch Verdi verwies auf Notdienste, mit denen die Sicherheit der Patienten gesichert sei und in Notfällen Patienten operiert werden könnten.

Zwei Drittel der OPs könnten entfallen

Verdi NRW geht davon aus, dass an der Uniklinik Köln zwei Drittel der Operationen am 13. Januar entfallen könnten und es erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe geben werde. An der Uniklinik Bonn rechnet Verdi damit, dass die Hälfte der Operationen am 13. Januar entfallen könnte. An der Uniklinik Düsseldorf erwartet Verdi am gleichen Tag ebenfalls Einschränkungen.

Tarifkonflikt als Ursache

Hintergrund der Warnstreiks an den Unikliniken sind die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Verdi verlangt von den Arbeitgebern in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar in Potsdam ein „faires und verhandlungsfähiges Angebot“. Bleibe das aus, werde der Druck weiter erhöht.

Die Arbeitskampfmaßnahmen beträfen pflegerische Tätigkeiten und Servicebereiche wie die Wäscherei sowie die Verwaltung der jeweiligen Klinik. Die laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer erstrecken sich aber nicht auf das ärztliche Personal an den Unikliniken.

„Die Arbeitgeber sind ohne Angebot in die Verhandlungen gestartet. Wer mit leeren Händen kommt, provoziert Widerstand“, sagte der stellvertretende Landesbezirkschef Frank Bethke. Die Länder sparten seit Jahren am Personal, während die Aufgaben wüchsen. Ein starker öffentlicher Dienst sei kein Luxus, sondern Grundlage für einen funktionierenden und demokratischen Staat.


Mehr Geld gefordert

Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder insgesamt fordert die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Studentische Beschäftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten, erklärte Verdi.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen