Das Problem liege nicht in der Regelung wie gespendet wird, sondern in der Organisation, sagt ihr Vorstand Günter Kirste. "Wir haben zwar die gesetzliche Verpflichtung, dass Organspender gemeldet werden müssen, aber das wird in keiner Weise verfolgt oder kontrolliert", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Wir brauchen mehr Verbindlichkeiten im System."
Kirste kritisierte, dass die Bundesländer ihrer Aufsichtspflicht nicht genügend nachkämen. Nur acht von ihnen hätten ein Ausführungsgesetz zum aktuellen Transplantationsgesetz erlassen. Danach müssen Krankenhäuser jeden möglichen Organspender melden. "Nachhaltig kontrolliert wird aber nirgendwo." Der Föderalismus sei in der Hinsicht wenig förderlich, betonte Kirste. "In diesem Punkt meine ich, dass der Bund eine größere Zuständigkeit bekommen sollte."
Grundsätzlich begrüßte Kirste die Anfang Juni beschlossene Einführung von Transplantationsbeauftragten. Krankenhausärzte bleibe oft keine Zeit, um mit Hinterbliebenen zu sprechen, ob die Organe des Toten gespendet werden sollen. Aber: "Keiner sagt, wie die Beauftragten finanziert und von ihren anderen Aufgaben entlastet werden sollen."
Dafür bedürfe es klarer Regeln, damit sie auch zu einer Steigerung von Organspenden beitrügen. Möglich ist nach den Worten des Chefs der Koordinierungsstelle eine Spenderrate von 75 bis 80 Prozent - im Gegensatz zu einer Rate von unter 50 Prozent in Krankenhäusern, in denen es keine Beauftragten gibt.
Wenig Verständnis äußerte Kirste indes für das nur schleppende Engagement der Politik beim Thema Organspende in den vergangenen Jahren. "Erst seitdem es eine EU-Direktive gibt, scheint diese Dringlichkeit angekommen zu sein." Danach muss bis Mitte 2012 ein neues Transplantationsgesetz verabschiedet sein.
Zur aktuellen Diskussion über eine Entscheidungslösung, bei der jeder Bürger einmal nach seiner Zustimmung gefragt wird, oder einer Widerspruchslösung, bei der zunächst jeder als Organspender gilt, sagte Kirste: "Dies sind keine Allheilmittel, wenn die Krankenhäuser nicht die geeigneten Fälle ordnungsgemäß melden."



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