Das Finanzministerium Sachsen-Anhalts schlägt einen Verkauf der beiden Unikliniken in Halle und Magdeburg vor. Das Wirtschaftsministerium soll nun die Möglichkeiten eines Verkaufs ausloten. In einer Kabinettsvorlage heißt es: "Die Landesregierung beauftragt das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft, die Möglichkeit einer zeitnahen gesetzlichen Regelung zur Änderung der Rechtsform sowie der Eigentümerstruktur für Veräußerung des Vermögens der Universitätsklinika sowie der rechtlichen Folgen einer Änderung der Eignerstruktur zu prüfen." Hintergrund ist die Aufstellung des Doppelhaushalts für die Jahre 2012/13. Vor allem die defizitäre hallesche Klinik steht zur Disposition. Magdeburg ist aufgrund der Spezialisierung vergleichsweise gut aufgestellt.
Sachsen-Anhalts CDU/SPD-Landesregierung berät seit Dienstag über den Haushalt der kommenden zwei Jahre. Der Verkauf ist Teil eines 40 Punkte umfassenden Sparpakets der Landesregierung, das am 28. Juni beschlossen werden soll. Aus der Opposition hagelt es Kritik an Plänen der Landesregierung.
Am 6. Juli tagt der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Halle. Bislang weist kein einziges Wort auf der Tagesordnung auf das Thema einer möglichen Privatisierung samt Verkauf des Klinikums hin. Offiziell, so heißt es, sei der Vorstand des Klinikums nicht von den Plänen der Landesregierung unterrichtet worden.
Neben der Finanzprobleme stehe auch die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit des Klinikums in Frage, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung": "Eine externe Expertenkommission hatte unlängst festgestellt, dass es dringenden Handlungsbedarf bei der Verbesserung von Forschung und Lehre gebe. Es sei der Unimedizin noch nicht gelungen, ein klares wissenschaftliches Profil zu erarbeiten und dieses sichtbar zu machen."



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