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Universitätsklinikum EppendorfUKE wehrt sich gegen Spionagevorwürfe

Das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) weist die Vorwürfe der internen Spionage zurück. Das verdächtigte Software-Programm sei auch in anderen Kliniken im Einsatz.

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" ist im EDV-System des UKE spionagefähige Software installiert. Das Programm könne zu illegalen Zwecken missbraucht werden, etwa um Ärzte und Angestellte auszuspionieren, ohne Spuren zu hinterlassen, schreibt der "Spiegel". Das Magazin beruft sich auf eine Überprüfung durch Mitarbeiter des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz am UKE.

Dazu schreibt das UKE: "Das Software-Produkt Dameware ist ein weltweit verbreitetes Standard-Tool, das für die Fernwartung unternehmenseigener Computer in zahllosen Unternehmen, Behörden und Verwaltungen, darunter auch viele Universitätskliniken, so zum Beispiel in Hannover, Kiel und Köln, im Einsatz ist. Die Nutzung von Dameware ist innerhalb des UKE ausschließlich zehn IT-Administratoren vorbehalten und durch eine verbindliche Arbeitsanweisung geregelt. Das Verfahren stellt sicher, dass jeglicher Fernzugriff auf einen Rechner nur nach vorheriger Einwilligung des jeweiligen Nutzers erfolgt. Alle Administratoren haben schriftlich erklärt, dass sie sich stets an diese Arbeitsanweisung gehalten haben beziehungsweise halten werden. Damit wurde dem Datenschutz im UKE umfänglich Rechnung getragen. Um die potentielle Gefahr einer missbräuchlichen und damit kriminellen Verwendung der Software weiter einzuschränken, hat das UKE in Abstimmung mit dem Hamburgischen Datenschutz-beauftragten weitere Anpassungen einzelner Software-Komponenten umgesetzt. Zusätzlich hat das UKE einen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Auditor beauftragt, das Fernwartungs-Prozedere für Rechner am UKE zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Verbesserungsmaßnahmen zu empfehlen.

In keinerlei Zusammenhang dazu steht ein offenbar im Herbst 2009 innerhalb und außerhalb des UKE in Umlauf gebrachtes Dokument ohne Absender und Adressat, das anlässlich einer Führungstagung als Beispiel für falsche Kommunikation gezeigt und diskutiert wurde. Dazu der Ärztliche Direktor des UKE, Prof. Dr. Jörg F. Debatin: 'Zum Selbstverständnis einer Universität gehört die kontroverse Diskussion. Genauso selbstverständlich muss allerdings sein, dass diese Diskussion offen geführt wird. Aus dieser Überzeugung habe ich nicht gezögert, dieses Dokument UKE-intern offen zu diskutieren.'"

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