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Covid-19-SommerwelleWieder Patientenverlegungen an Brandenburgs Kliniken

In Brandenburg führen erhöhte Corona-Infiziertenzahlen und zu wenig verfügbares Personal wieder zu einer angespannten Lage in den Kliniken. Manche Häuser gelangen an ihr Limit und müssen Patienten verlegen.

Krankenhausflur
Upixa/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Corona-Situation setzt Brandenburgs Krankenhäuser unter Druck. Mittlerweile kämpft fast jede Klinik im Land mit erhöhten Ausfällen beim Personal, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Potsdam. Innerhalb von sechs Wochen hätte sich das Patientenaufkommen mit behandlungswürdiger Covid-Erkrankung vervierfacht. Ende Mai meldete das Gesundheitsministerium 154 Menschen, die mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus lagen. Am Donnerstag waren es 545 Patienten, davon waren 38 auf Intensivstationen. Eine extrem hohe Zahl für Ende Juli, so der Ministeriumssprecher.

Die Leistungsfähigkeit der Kliniken sei erheblich eingeschränkt, vor allem weil jedes Covid-Bett in erhöhtem Maß Personal und Ressourcen binde. Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel habe als erstes Haus wieder Patienten verlegen müssen. Das Versorgungsnetzwerk Westbrandenburg zur gegenseitigen Unterstützung der Kliniken sei aktiviert worden. Inzwischen gebe es weitere Kliniken, die Schwierigkeiten bei der Patientenaufnahme signalisierten.

Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz lag wie an den zwei vorangegangenen Tagen im lila Bereich – also im Bereich des höchsten Schwellenwerts von über 9. Innerhalb einer Woche wurden demnach pro 100 000 Einwohner rechnerisch 10 Covid-Patienten in Kliniken aufgenommen. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 7,19. Konkrete Auswirkungen auf die Corona-Maßnahmen hätte dies nicht.

Das Gesundheitsministerium gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag mit 508,3 an. Am Vortag lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und Woche bei 509, 3. Die Zahl der Covid-19-Fälle habe sich binnen eines Tages um 2460 erhöht, teilte das Ministerium mit. Seit Beginn der Pandemie wurden 877 357 Infektionen in Brandenburg verzeichnet.

Experten gehen jedoch seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus, da bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur bei einem positiven PCR-Ergebnis wird die Infektion statistisch erfasst. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

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