Ihre Kliniktöchter – die Havelland Kliniken GmbH und die Oberhavel Kliniken GmbH – sollen fusionieren. Entstehen würde ein kommunales Unternehmen mit fast 1.200 Planbetten, rund 3.000 Beschäftigten, einem Jahresumsatz von 189 Millionen Euro. Das neue Klinikum würde die stationäre Versorgung in einem Gebiet absichern, das mit rund 3.500 Quadratmetern größer ist als das Saarland.
Keine Notgemeinschaft
Nach Angaben von Schröter und Schröder arbeiten beide Häuser wirtschaftlich. Man sei keine "Notgemeinschaft", man wolle vielmehr die medizinische Versorgung wetterfest machen für die Zukunft, um im schärfer werdenden Wettbewerb zu bestehen, insbesondere auch die Konkurrenz gegenüber den stark gewachsenen privaten Trägern meistern. Durch die Bildung größerer Träger erhoffen sich beide Gesellschaften Synergieeffekte und Kosteneinsparungen, wie durch einen gemeinsamen Einkauf oder durch eine Krankenhausapotheke für alle Standorte.
Beide Gesellschaften könnten sich medizinisch gut ergänzen. So verfügen die Havelkliniken mit Standorten in Nauen und Rathenow über eine Urologie, jedoch nicht über neurologische Klinik. Genau umgekehrt ist die Situation im Klinikum Oberhavel mit seinen drei Standorten in Oranienburg, Henningsdorf und Gransee. Durch gegenseitige Überweisungen erhoffen sich die Fusionsplaner eine Stärkung dieser Fachabteilungen. Zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung auch auf dem Land.
Fusion als Tradition
Vor einer Fusion, die ab 2015 angedacht ist, wollen beide kommunalen Träger mit ihren fünf Standorten – hinzu kommen noch Pflegeeinrichtungen – die bereits begonnene Kooperation noch enger gestalten. Derzeit ist die Gründung einer gemeinsamen Vorbereitungsgesellschaft geplant. Allerdings müssen auch noch die Berliner Kartellwächter ihren Segen für die Verschmelzung erteilen.
Für das Klinikum Oberhavel wäre eine Fusion bereits der dritte Zusammenschluss. 1995 verbündeten sich die Kliniken von Henningsdorf und Oranienburg, 2009 kam das Krankenhaus Gransee dazu. Der kommunale Träger übernahm das Haus der Grundversorgung von den Sana Kliniken, um in einem dünn besiedelten Landstrich die medizinische Versorgung zu sichern.


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