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Schere im BauchChirurgen für mehr Patientensicherheit

Unfallchirurgen wollen durch Checklisten und Fehleranalysen mehr Patientensicherheit erreichen.

Die Schere, die nach der Operation im Bauchraum vergessen wird, ist die Horrorvorstellung vieler Patienten: Neun der zehn häufigsten Diagnosen, die zu Beschwerden wegen ärztlicher Behandlungsfehler führen, stammen aus dem orthopädisch-unfallchirurgischen Bereich. "Erhöhte Sensibilität und Ermutigung zur Fehlermeldung ist auch bei Ärzten und medizinischem Personal vorhanden", meint aber Daniel Frank, Tagungspräsident des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie, der am Dienstag in Berlin begann.

Verschiedene Maßnahmen für mehr Patientensicherheit seien bereits in vielen Kliniken gang und gäbe, hieß es. Dazu gehört etwa eine chirurgische Checkliste, die verlangt, dass der Arzt den Patient nach seinem Namen fragt und sich das OP-Team untereinander vorstellt, um sicher zu sein, dass alle Beteiligten beim richtigen Eingriff dabei sind. Im Team solle weiterhin vor dem Eingriff über mögliche Komplikationen gesprochen werden. Nicht zuletzt müssten alle medizinischen Instrumente vor und nach dem Eingriff abgezählt werden: Dann ist sicher, dass keine Schere im Bauch zurück bleibt.

Kritische Zwischenfälle, Beinahe-Fehler oder Missgeschicke sollten im Nachgang analysiert und anderen Ärzten zugänglich gemacht werden, um für die Zukunft daraus zu lernen. Ein solches Risikomanagement finde - auch bei Patienten - in den teilnehmenden Kliniken sehr positives Feedback. "Wir arbeiten darauf hin, dass alle orthopädisch- unfallchirurgischen Einrichtungen Sicherungssysteme einbauen", betonte Frank.

In der Notfallversorgung soll künftig ein regelmäßiges Simulationstraining die "Fehlerquelle Mensch" minimieren. Gerade im Schockraum müsse die Kommunikation zwischen den Ärzten verschiedener Fachrichtungen besser laufen, um unter Stress und Zeitdruck die richtigen Entscheidungen zu treffen. In Teams aus Notärzten, Rettungssanitätern, Unfallchirurgen und Anästhesisten sollen regelmäßig Fallbeispiele durchgespielt und dann analysiert werden.

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