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Kommunale KlinikenDarmstadt ist nicht Offenbach

Viele kommunale Krankenhäuser investieren gewaltig, um ihre Trägerschaft zu erhalten. Oft stimmen jedoch die Voraussetzungen nicht — siehe Wiesbaden und Offenbach. Bessere Chancen hat dagegen das Klinikum Darmstadt.

Eigentlich stand das Klinikum Darmstadt vor drei Jahren bereits vor dem Aus: Durch jahrelange Verluste war die Liquidität aufgezehrt, Ende 2009 belief sie sich auf nur noch 4,5 Millionen Euro. Die bis zu 40 Millionen Rücklagen waren aufgelöst. Der operative Verlust (Ebit) betrug in jenem Jahr 2,8 Millionen Euro. Das Klinikum Darmstadt hatte zu dem Zeitpunkt viel Ähnlichkeit mit seiner kommunalen Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet. Da eine Privatisierung nicht infrage kam, hatte der Träger nur zwei Möglichkeiten: dem Drängen von Holger Strehlau, Chef der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK), nach einer kommunalen Verbundlösung nachzugeben oder eine eigenständige Lösung zu suchen.

Die Stadt entschied sich für die Eigenständigkeit und holte Gerhard Becker, der bereits den Restrukturierungsprozess von Mediclin als Vorstandsmitglied begleitet hatte. Becker hat seither einen Kurs eingeschlagen, den er gern als "Darmstädter Weg" bezeichnet: Dazu gehören eine Konsolidierung via Einsparung von Ressourcen, etwa durch die Konzentration auf Kernkompetenzen, und Effizienzsteigerungen. Zugleich versucht das Klinikum, die Leistung zu steigern, indem es Wachstumspotenziale identifiziert und das Leistungsspektrum entsprechend anpasst. Das Besondere am Darmstädter Weg ist, so Becker, dass die Stadt mitzieht und die Voraussetzungen schafft, um die Ziele zu erreichen.

Gewinne ab 2017 geplant
Zentrales Element der Strategie ist ein Neubau, der die Effizienzen steigern und die beiden Standorte in der Innenstadt zusammenführen soll. Die Finanzierung des Investitionsvolumens von 130 Millionen Euro ist gesichert: 50 Prozent über Fördermittel und 50 Prozent über kommunal verbürgte Darlehen. Sofern der Businessplan genehmigt wird, steht dem Baubeginn Anfang 2013 also nichts mehr im Wege.

Der Neubau soll 2015, spätestens 2016 bezugsfertig sein. Ab 2017 will Becker den Break-even erreicht haben. "Die bis zu diesem Zeitpunkt auflaufenden Verluste von kumuliert rund 40 Millionen Euro sind in die Planungsrechnung eingeflossen. Ab 2018 rechnen wir dann mit nachhaltigen Gewinnen", sagt der Geschäftsführer. Dies scheint nicht unrealistisch, sofern die erwarteten Veränderungen tatsächlich eintreten (siehe Kasten).

Stadt übernimmt Altlasten
Der Darmstädter Weg hat gute Erfolgsaussichten — auch, weil die Stadt mitzieht. Sie lässt das Management im operativen Geschäft frei walten. Außerdem übernimmt sie neben einer Kommunalbürgschaft teilweise auch Altlasten via einer Kapitalerhöhung in Höhe von 15 Millionen Euro, zum Beispiel für Baukostenüberschreitungen von circa 20 Millionen Euro für die inzwischen in Betrieb genommenen Medizinischen Kliniken sowie für die Modernisierung der IT-Infrastruktur mit SAP und für ein neues Krankenhausinformationssystem.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der kma-Ausgabe Juni.

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