Anzeige
Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Was Kliniken bis zum 31. März entscheiden müssen

Untätigkeit kann teuer werden: Einrichtungen in Kliniken, die über die Kassenärztlichen Vereinigungen abrechnen, müssen bis Ende März entscheiden, ob sie die Ausrüstung für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur bis zu diesem Tag bestellen oder auf die Förderung durch die KV formell verzichten.

Sanduhr Digitales Gesundheitswesen

iStock/AndreyPopov

Pfeile Digitales Gesundheitswesen

iStock/gustavofrazao

Für Klinikmanager, zu deren Häusern auch Einrichtungen gehören, die über Kassenärztliche Vereinigungen abrechnen, sind bis zum 31. März im Hinblick auf die Anbindung an die Telematikinfrastruktur Entscheidungen fällig, die eine große Tragweite haben können. Die Frist ohne eine vorherige hausinterne Klärung unbeachtet verstreichen zu lassen, kann finanzielle Folgen haben - denn die entsprechenden Einrichtungen fallen dann unter die Sanktionsregelungen, die für niedergelassene Ärzte gelten.

„Wer das tut, sollte es bewusst tun“, sagt TI-Anbindungsexperte Dr.-Ing. André Kaeding von der Beratungsplattform www.digitales-gesundheitswesen.de. „Ob für diese Einrichtungen der Refinanzierungsweg über die Kassenärztlichen Vereinigungen oder über die Deutsche Krankenhausgesellschaft gewählt wird, kann zügig geklärt werden, setzt aber ein paar Überlegungen jenseits von Excel-Tabellen voraus“ erklärt Kaeding.  Zu den Entscheidungsgrundlagen zählt er deshalb neben den beiden Finanzierungsvereinbarungen, die für den niedergelassenen Bereich einerseits und den Krankenhausbereich andererseits gelten, auch eine gründliche Betrachtung der Arbeits- und Abrechnungsprozesse in den KV-abrechnenden Klinikeinrichtungen.

„Der Bedarf an Kartenlesegeräten nach der TI-Anbindung muss ja nicht mit dem bisherigen Bedarf identisch sein“, sagt Kaeding, „weil künftig die Karten nicht nur gelesen, sondern – wie beispielsweise im Fall von Notfalldaten – auch von Ärzten beschrieben werden sollen.“ Die absehbare Änderung von Arbeitsprozessen und den Szenarien für den Einsatz von eGK und Kartenlesegerät könne zu veränderten Ausstattungsnotwendigkeiten führen. Sofern die KV-abrechnenden Klinikeinrichtungen nicht zu komplex organisiert seien, ließen sich diese Veränderungen durch eine inhaltliche Beschäftigung mit den bereits beschlossenen TI-Anwendungen herleiten – und auf dieser Basis könne dann die Abwägung erfolgen, ob man sich dem Termindruck unterwerfen wolle, der mit einer Technikbestellung bis zum 31.03.2019 verbunden sei.

Wichtig: Klinikleitungen, die die finanziellen Implikationen als nachrangig betrachten und ihre KV-abrechnenden Einrichtungen nicht dem Zeitdruck aussetzen wollen, der mit der Inanspruchnahme der TI-Anbindungsfinanzierung durch die KV verbunden ist, müssen ihre (nicht rücknehmbare und dann grundsätzlich für die TI-Finanzierung geltende) Entscheidung bis zum 31.03.2019 in einer formellen Verzichtserklärung dokumentieren. Liegt der Kassenärztlichen Vereinigung diese Erklärung nicht vor, werden die entsprechenden Einrichtungen genau dem gleichen Fristen- und Sanktionsschema unterworfen wie niedergelassene Ärzte. Und das bedeutet: 1 Prozent Abzug von der Erstattungssumme ab dem 01.04.2019, sofern nicht nachgewiesen werden kann, dass die technischen TI-Anbindungskomponenten bereits zuvor verbindlich bestellt worden sind.

Zu weiteren Informationen über die TI-Anbindung von Kliniken und zu den Beratungsangeboten der Plattform „Digitales Gesundheitswesen“ gelangen sie hier.

  • Schlagwörter:
  • Telematikinfrastruktur
  • Digitales Gesundheitswesen
  • KV

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren