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Interview mit Adrian von Dewall

Welche Managertypen sind in Kliniken derzeit gefragt?

Das Führungsverhalten hat sich durch die Digitalisierung grund­legend geändert, so Adrian von Dewall, Healthcare-Experte der internationalen Personalberatung Boyden. Im Interview mit kma spricht er über neue Herausforderungen und die Frage, welche Managertypen in Kliniken derzeit besonders gefragt sind.

Adrian von Dewall

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Adrian von Dewall ist Partner der internationalen Personalberatung Boyden global executive search und Leiter des Bereichs Healthcare & Life Scienes für die Region EMEA.

kma: Wie stellt sich Ihnen der Markt dar? Ist es schwierig, im Moment gute Klinikmanager zu bekommen?

Egal in welcher Lage ein Haus ist, sie hat immer einen Reiz für Managertypen. Die Kunst ist hier allerdings, richtig gute Manager für die jeweils passende Strategie zu finden. Allgemein gilt es immer zu beachten, dass gute Manger nicht nur mit den Chefärzten eng verzahnt sind – also nicht nur die Ist-Situation gut begleiten können, sondern gleichzeitig auch in der Lage sind, die Transformation hin zu einem modern ausgerichteten Haus, das eine nachvollziehbare Strategie hat, zu leisten. Und da ist der Markt nicht so breit aufgestellt. Es gilt also Leute zu finden, die über den Tellerrand hinausschauen, die den Markt und das Umfeld gut im Blick haben, die sich selbst auch gut vernetzt haben und in der Lage sind auch mal quer zu denken – das also, was man mit dem Wort Disruptiv meint.

kma: Ein Ergebnis der aktuellen Boyden-Studie ist, dass es vor allem jüngeren Managern gelingt, in die Top-Führungspositionen von Unternehmen aufzusteigen. Kann man dieses Ergebnis auch auf das Krankenhausumfeld beziehen?

Ja, das beobachte ich auch. Ein hochdekorierter Manager – egal ob im Klinikumfeld oder in der Industrie – der Jahrzehnte lang seine Sache gut gemacht hat, ist einfach aufgrund seines Alters nicht sozialisiert worden mit dem Smartphone und mit Facebook. Ich will nicht sagen, dass der das heute nicht auch macht. Ich glaube nur, dass ein junger Mensch, der nichts anderes kennt und auch nicht mehr in alten Geschäftspraktiken denkt, sicherlich risikofreudiger ist. Jüngere Leute sehen in den Möglichkeiten der Digitalisierung einfach eher eine riesige Chance und gehen das Thema ungezwungen an. Daher haben jüngere Führungskräfte in der heutigen Zeit eine gute Chance sich zu zeigen, weil sie neue Wege gehen können und auch ein stückweit mutiger sind, eben weil sie in diesem Umfeld sozialisiert worden sind.

kma: Sind solche Managertypen heute auch häufiger Quereinsteiger?

Man muss sich hier schon mit den Abrechnungsthemen auskennen. Aber im Grundsatz kann man dem zustimmen. Häuser sollten sich in jedem Fall auch Leuten öffnen, die Best Practices aus anderen Bereichen mitbringen und wissen, wie man solche Transformationsprozesse in größeren Organisationen gestalten kann. Gerade im Krankenhaus gehört schon einiges dazu, diese Transformation zu steuern, denn da spielt auch immer das Mindset der Mitarbeiter mit rein. Es nützt ja nichts, sowas nur auf dem Zettel zu haben, am Ende müssen die eigenen Leute dort damit leben und es auch umsetzten können und wollen. Dafür ist oft ein ganzer Kulturwechsel nötig.

kma: Wichtig ist also auch einen Ansatz zu haben, der das Personal abholt und einbindet?

Die Digitalisierung bietet bisher ungeahnte Möglichkeiten, Mitarbeiter einzubinden und zu halten –wenn man jemanden hat, der das Thema auch nach unten durchsteuert und so kommuniziert, dass jeder sich als ein Teil dieses Prozesses fühlt. Wenn die Pflegekräfte und Ärzte etwas dazu beitragen und auch das Gefühl haben, das ihnen zugehört wird, ist das ein Wertschöpfungsfaktor, der für beide Seiten fruchtbar ist. 

In voller Länger finden Sie das Interview ab dem 15. April hier.

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  • Klinikmanager
  • Digitalisierung

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