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Im Gespräch mit kmaWie Krankenhausberater Mitarbeiter in Veränderungsprozesse einbinden

Wenn der Prozess aber durch einen Fachberater begleitet wird, kann dieser darauf hinwirken, dass hier ein gewisser Korridor, auf dem man ja durchaus verschiedene Wege gehen kann, nicht verlassen wird.Der Organisationsentwickler passt auf, dass die Mitarbeiter vernünftig und zügig mit modernen Methoden der Personalentwicklung in der Prozessberatung eingebunden sind – und der Fachberater passt auf, dass tatsächlich eine optimierte Zielorientierung inhaltlicher oder fachlicher Art verfolgt wird. Die Kunst der Komplementärberatung ist also, genau auf dieses Wechselspiel zu achten.

Wir geben zunächst immer eine Diagnose voran. Denn die Mitarbeiter haben oft eine andere Vorstellung von Leistungsverbesserungen als die Leitungen der Kliniken. Erst indem man diese Widersprüche aufdeckt und für alle transparent macht, erhält man überhaupt eine Grundlage, um zu sehen, was eigentlich die Motivation dahinter ist, eine Veränderung anzugehen. Man ist oft überrascht, was Mitarbeiter und Führungskräfte eigentlich alles selber schaffen könnten, wenn sie das richtig organisieren würden. Nur dort hinzukommen, schaffen sie in der Regel nicht alleine – dafür schaffen wir diesen Kommunikationsraum.

Wie genau läuft das ab?

Es gibt drei mögliche Abläufe der komplementären Beratung: Wenn etwa eine Fachberatung für eine Technikanalyse in einem Krankenhaus beauftragt wird und aus den Ergebnissen hervorgeht, dass die technisch-instrumentellen Ziele nur nachhaltig etabliert und angenommen werden können, wenn parallel eine Prozessberatung stattfindet. Zweitens wenn aus einer Organisationsanalyse für z. B. eine technische Abteilung mit dem Schwerpunkt Strategie und Führungsverhalten hervorgeht, dass die Ziele der zukünftigen Strategieentwicklung durch eine zusätzliche fachliche Beratung besser erreicht werden können.

Und der optimale Ansatz ist, wenn beide Beratungsansätze gleichzeitig in den Prozess gehen und die Analysen und den Prozess von Anfang an aufeinander abstimmen. In allen drei Varianten gewährleistet eine kontinuierliche Abstimmung zwischen Fach- und Prozessberatung die Qualität der Beratungsleistung und einen möglichst ganzheitlichen Blick auf die Organisation. 

Werden angesichts der zunehmenden Arbeitsverdichtung im Krankenhaus solche integrativen Beratungsformen zunehmen müssen?

Davon sind wir überzeugt. Es gibt in Kliniken einen zunehmenden Bedarf danach, schließlich ist das Einbinden des Faktors Mensch gerade in Zeiten der Digitalisierung und des Fachkräftemangels ein ganz elementarer Begleitfaktor einer jeden Verbesserungsidee – man braucht ja auch gute Leute, die sie umsetzen. Deren Qualität wird durch den Wissens- und Ressourcentausch zwischen Fach- und Prozessberatung kontinuierlich ausgebaut. Daher haben wir den Ansatz der Komplementärberatung nicht nur auf die Technik spezialisiert, sondern auf alle Bereiche ausgeweitet.

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