Uniklinik Würzburg

Crowdfunding für Krebstherapie-Forschung

An der Uniklinik Würzburg (UKW) soll erstmals eine vielversprechende Idee zur zukünftigen Krebstherapie per Schwarmfinanzierung vorangebracht werden. Der Verein Hilfe im Kampf gegen Krebs will auf diesem Weg bis Ende des Jahres eine Million Euro zusammentragen.

"Bei unserem ersten Crowdfunding-Projekt fordern wir die Öffentlichkeit gleichsam auf, in die eigene Gesundheit zu investieren", sagt Vereinsgründerin Gabriele Nelkenstock. Schließlich zähle Krebs zu den führenden Todesursachen. Unter Crowdfunding versteht man das Finanzieren eines Projekts (Funding) durch eine große Menge an kleineren Investoren (Crowd).

"Wir brauchen dringend neue Medikamente, die hohe Effizienz mit akzeptablen Nebenwirkungen vereinen – speziell für den Kampf gegen solide Tumoren in Brust, Leber, Lunge, Magen und Darm", betont Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Onkologen des UKW arbeiten seit 2010 an einer neuen Antikörpertherapie, die in der Lage ist, den Krebs so präzise zu attackieren, dass kein gesundes Gewebe geschädigt wird. Geleitet wird die wissenschaftliche Arbeitsgruppe von Thomas Bumm. An der Entwicklung des neuen Verfahrens wesentlich beteiligt ist zudem Privatdozent Gernot Stuhler, der frühere Leiter des Bereichs Stammzelltherapie für Erwachsene am Würzburger Uniklinikum.

Verfahren ohne Chemotherapie
Die neue Therapie nutze die körpereigenen, gesunden Immunzellen zur Tumorbekämpfung und komme daher ohne Chemotherapie aus, teilte das UKW mit. Der Schlüssel dabei seien im Labor herstellte Antikörperfragmente, die von der Würzburger Arbeitsgruppe "HemiBodies" genannt wurden. Die Krebsexperten wollen die Immuntherapie in Würzburg weiterentwickeln und in vier bis fünf Jahren in die klinische Anwendung bringen. Aktuell befindet sich die HemiBody-Technik in der sogenannten prä-klinischen Entwicklung.

"Für diese langwierige Entwicklungsarbeit aus dem Forschungslabor hinein in die Klinik benötigen wir viel und gut ausgebildetes Personal sowie hochtechnologische Geräte. Die Crowdfunding-Initiative ist eine Chance, unsere wissenschaftliche Arbeit noch schneller voranzubringen", betont Hermann Einsele.

Details unter www.helpingisbeautiful.de

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