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Tod durch AdipositasKrankenkasse verweigert Kostenübernahme für lebensrettende OP

Ein 27-jähriger Mann aus Bayern war krankhaft übergewichtig. Seine Ärzte rieten ihm zur Magenverkleinerung, doch die Krankenkasse verweigerte ihm die OP. Nun ist er tot.

Obwohl die Ärzte dem Mann mit dem Body-Maß-Index (BMI) 54 dringend zur Magen-Operation rieten, wollte die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen. Mehrere Jahre stritt der Münchner deswegen mit der AOK Bayern, die eine Kostenübernahme konsequent ablehnte und auf konservative Therapien verwies. Der 27-Jährige zog vor Gericht, doch bevor Richter seinen Fall entscheiden konnten, starb Benjamin E.

Gerade in Bayern werde Adipositas Patienten häufig die notwendige OP verweigert, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" weiter. Unter Federführung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft wurde 2014 zwar eine neue Leitlinie zur "Prävention und Therapie der Adipositas" erarbeitet, aber Bayern halte sich nicht an die Leitlinien, nach denen operiert werden kann, wenn die konservative Therapie ohne Aussicht auf Erfolg ist oder wenn der Gesundheitszustand des Patienten keinen Aufschub erlaube.

Christian Werner, Fachanwalt für Sozialrecht aus Frankfurt, streitet bundesweit für die Interessen krankhaft übergewichtiger Menschen. Er nennt das, was E. passierte, "das bayerische Problem". "In Bayern werden die Magenoperationen den Patienten systematisch vorenthalten", sagt er der "Süddeutschen". "Gegen alle wissenschaftliche Erkenntnis und gegen jede ärztliche Empfehlung." Dabei gewinne er ab BMI 50 deutschlandweit praktisch jeden Fall, falls es überhaupt zum Streit komme. "Weil Krankenkassen, Sachverständige, Gerichte und auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen, der MDK, sich an diese Leitlinien halten - doch nicht so in Bayern."

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