Wie zufrieden sind Patienten in Deutschland mit ihrem Krankenhaus? Wie erleben sie die Behandlung durch Ärzte und Pflegepersonal, wie Organisation und Service der Klinik? Antworten soll die Befragung von zwei Millionen Versicherten zu ihren Erfahrungen während des Klinikaufenthalts geben. Die ersten Ergebnisse zu den jeweiligen Krankenhäusern werden ab Mitte 2012 im Internetportal Weisse Liste veröffentlicht. Die Initiatoren wollen damit Patienten ermöglichen, bei der Auswahl eines Krankenhauses von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Die Versicherten werden zwei bis acht Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt von ihrer Krankenkasse angeschrieben und gebeten, den Fragebogen auszufüllen. In dieser Woche wurden die ersten Bögen versandt. "Damit geben wir den Startschuss für eine der größten Patientenbefragungen in Deutschland", sagt Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller, begrüßt das Projekt.
"Bei der Auswahl eines Krankenhauses orientieren sich viele Ratsuchende besonders an den Erfahrungen anderer Patienten", sagt Evelyn Schmidtke, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Ernährung beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Bundesverband ist Partner der Weissen Liste, einem gemeinsamen Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. "Durch die Befragung wird dieses Urteil nun strukturiert erhoben und anderen Patienten zugänglich gemacht ? ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Patientenorientierung im Gesundheitswesen."
Grundlage der Befragung ist der Fragebogen "Patients? Experience Questionnaire" (PEQ), der von der Bertelsmann Stiftung und dem Schweizer "Verein Outcome" entwickelt wurde. Er umfasst rund 15 Fragen zur Versorgung durch Ärzte und Pflegepersonal, zu Organisation und Service sowie zur Bereitschaft der Befragten, das Krankenhaus weiterzuempfehlen. Die Befragung erfolgt anonym. "Der Fragebogen wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards entwickelt und getestet", sagt Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Die Fragen seien zugeschnitten auf die Aspekte, die Patienten interessieren. "Wir wissen, dass Patienten sich fundierte Informationen zu den Erfahrungen anderer wünschen."



Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen