Die britische Regierung will zusätzliche Studienplätze an den besten Universitäten des Landes wie Oxford oder Cambridge für Reiche reservieren. Der zuständige Staatssekretär David Willets bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht im "Guardian". Es müsse aber sichergestellt werden, dass sich niemand "einkaufen" kann, sagte er am Nachmittag im Parlament. Entscheidend müsse die Fähigkeiten zu lernen bleiben, nicht die Fähigkeit zu zahlen.
Dem Plan zufolge sollen Universitäten Sonderplätze bereithalten. Bewerber können zu den erhöhten Studiengebühren für Ausländer an ihrer Wunsch-Hochschule aufgenommen werden. Dies bedeutet etwa für ein Medizinstudium 28 000 Pfund (rund 32 000 Euro) pro Jahr - ein "normaler" Studienplatz kostet dagegen etwa 9000 Pfund. Der Minister erklärte, die Plätze seien vor allem für Bewerber gedacht, deren Universitätskarriere vom Arbeitgeber oder von einer Sozialeinrichtung vorangetrieben wird. Er machte jedoch keine Angaben dazu, wie ausgeschlossen werden soll, dass sich Kinder reicher Eltern "einkaufen" können.
Der Aufschrei der Bildungsgewerkschaften ließ nicht lange auf sich warten. "Wir riskieren, in Zeiten zurückzufallen, in denen die Herkunft wichtiger war als das Hirn", sagte die Generalsekretärin der University and College Union (UCU), Sally Hunt. Kinder aus wohlhabenden Familien könnten ihre Studienplätze schlicht über die Geldbörse der Eltern auswählen.
Studienanfänger, die die teuren Extra-Plätze wählen, erhalten den Plänen zufolge keine staatlich geförderten Kredite für Studiengebühren. Damit wären mehr dieser öffentlich geförderten Plätze für Studienanfänger aus ärmeren Haushalten verfügbar, argumentiert die Regierung.
Kritiker halten dies jedoch für hypothetisch. Die Pläne kommen zu einer Zeit, in der die Regierung die Zahl der öffentlich geförderten Studienplätze aus Spargründen um 10 000 verknappt, schreibt der "Guardian".


Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen