Unwiderstehliche Sogwirkung

Kaufkraft zieht Ärzte an

Mediziner siedeln sich am liebsten in Gegenden mit einem hohen Anteil Privatpatienten an. Gerade bei der Neueröffnung einer Praxis spielt das Thema Selbstzahler eine große Rolle, zeigt eine aktuelle Analyse.

Obwohl in den 395 Planungsbezirken für den ambulanten Bereich Überversorgung festgestellt ist, fehlen in strukturschwachen Gebieten Mediziner. Vor allem bei Landärzten in der Grundversorgung fehlt es an Nachwuchs. Doch Ärzte lassen sich vornehmlich in Gebieten mit hoher wirtschaftlicher Kaufkraft nieder. Das hat die Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (GGMA) im Auftrag der ArztData GmbH in Hamburg ermittelt. Die Analyse des medizinischen Kaufkraftindex bei Neu-Niederlassungen sowie Praxisverlegungen zeigt, dass das Kriterium Kaufkraft bei der Standortwahl für Ärzte einen hohen Stellenwert hat. Der Kaufkraftindex bei Neuniederlassungen ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr noch um 0,3 Punkte gestiegen. Besonders die Psychologischen Psychotherapeuten siedeln sich in kaufkräftigen Gegenden an.

Der Kaufkraftindex beträgt dort 42,8 - ein Zeichen für ein großes Privatpatientenpotenzial im Einzugsgebiet. Die meisten Praxisverlegungen in Gegenden mit kaufkräftigen Patienten konnte die Fachgruppe der plastischen und ästhetischen Chirurgie verzeichnen. Deren Patientenschaft setzt sich fast ausschließlich aus Privat- und Selbstzahlern zusammen. Der medizinische Kaufkraftindex bemisst, wie groß im jeweiligen Einzugsgebiet die Nachfrage nach medizinischen Privat- und Selbstzahlerleistungen ist. Er errechnet sich aus dem verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte von 1995 bis 2006 und dem Privatpatienten-Anteil der niedergelassenen Ärzte des jeweiligen räumlichen Einzugsgebietes. Die Skala reicht von 0 bis 100 (hohe Selbstzahler-Nachfrage). Ein Kaufkraftindex von über 40 zeigt ein überdurchschnittliches Einkommen der privaten Haushalte und ein großes Privatpatienten-Volumen an.

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