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Arte-Dokumentation„Menschen als Versuchstiere”

Pharmaunternehmen haben nicht gerade den besten Ruf. Viele Menschen werfen ihnen die ihrer Meinung nach horrenden Gewinnspannen bei vielen Medikamenten vor, Tierschützer klagen über vermeidbare Tierversuche.

Allerdings wird darüber häufig vergessen, dass die Pharmaforschung mit der Entwicklung hochkomplexer Medikamente extrem teuer ist und dass dieser medizinische Fortschritt unzählige Leben rettet und Leiden vermindert.

Dokumentarfilmer Paul Jenkins beschreibt in seiner Dokumentation "Menschen als Versuchstiere" einen fragwürdigen und teilweise erschreckenden Aspekt der Pharmaforschung: Die Erprobung neuer Medikamente an meist armen Menschen in Schwellenländern. Arte zeigt die französische Dokumenation am Freitag um 22.50 Uhr in deutscher Erstausstrahlung.

Eines ist klar: Neue Arzneien müssen getestet werden. Meist geschieht dies zunächst in Tierversuchslaboren, später dann in strikt reglementierten und überprüften klinischen Tests an freiwilligen Versuchspersonen. Doch die Kosten solcher Tests sind in den westlichen Industriestaaten hoch. Außerdem haben viele Menschen Vorbehalte, sich dafür zur Verfügung zu stellen. Also verlagern etliche global agierende Unternehmen ihre Arzneimitteltests in Schwellenländer wie China und Indien oder nach Lateinamerika sowie Osteuropa.

Jenkins stellt jedoch die Frage, ob dort ebenso penibel wie im Westen auf die Einhaltung ethischer Regeln geachtet wird? Welche Abhängigkeiten gibt es zwischen den jeweiligen Ethikkommissionen und der Pharmalobby?

Dafür ist Jenkins nach Indien gefahren. Auf dem Subkontinent beträgt der potenzielle Markt für klinische Tests westlicher Firmen rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, wie Arte schreibt. Er interviewt Versuchspersonen, Medizin- und Ethik-Experten und lässt auch unabhängige Sachverständige sowie Pharma-Mitarbeiter zu Wort kommen. Jenkins dokumentiert, wie Versuchspersonen angeworben und eingesetzt werden - nach seiner Meinung häufig mit fragwürdigen Methoden und schlimmen Folgen für die Betroffenen. Dabei missachteten die Unternehmen Vorschriften und Patientenrechte, um den wirtschaftlichen Gewinn zu maximieren, lautet das Fazit seiner Recherchen.

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