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Ärzte piesacken Kassen per Wutfax"Operation Shitstorm"

Tausende Ärzte haben mit einer Flut von Fax-Sendungen und weiteren Aktionen gegen die Krankenkassen ihre Proteste für mehr Honorar verstärkt.

In 35.000 der knapp 90.000 Arztpraxen in Deutschland liefen die Aktionen für eine bessere Bezahlung und weniger Bürokratie nach Angaben der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) an. Ärzteverbände riefen die Mediziner dazu auf, ihre Sprechstunde ohne Praxishelferinnen zu bestreiten. "Wir haben genug!", bekamen Mitarbeiter etwa des Kassen-Spitzenverbands in Berlin hundertfach auf Faxen zu lesen. "Wir sind keine geldgierigen Abzocker, Pfuscher, Betrüger und schon gar keine Millionäre." Auch die Telefonleitungen seien massiv von Faxgeräten angewählt worden, sagte ein Sprecher. Beim Branchenführer Barmer GEK seien dagegen nur vereinzelt Protestfaxe eingetroffen, sagte ein Sprecher. "Da unsere Kommunikation fast ausschließlich über moderne Medien gewährleistet wird, stellen wir keine Beeinträchtigung fest."

"Kassen sollen Frust spüren"
Der Vorsitzende des Ärzteverbands NAV-Virchow-Bund, Dirk Heinrich, sagte: "Die Kassen sollen den tief sitzenden Frust der Ärzte direkt zu spüren bekommen." Der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte bat seine Mitglieder schriftlich unter der Überschrift "Operation Shitstorm", das mitgelieferte Musterfax ab dem Morgen den ganz Tag über an Faxnummern von Kassen und Kassenverbänden zu schicken. Der Sprecher des Kassen-Spitzenverbands, Florian Lanz, kritisierte: "Offensichtlich haben die an der Aktion beteiligten Ärzte Zeit dafür, während der Praxisöffnungszeiten selbst Massen-Faxe an die Kassen zu versenden - Zeit, die bei der Patientenversorgung mit Sicherheit fehlt."

Vorverhandlungen terminiert
Am Donnerstag sollen die Ergebnisse einer Urabstimmung unter den Fachärzten zu möglichen Praxisschließungen bekanntgegeben werden. Die Hausärzte wollten sich an den Protesten zunächst kaum beteiligen. Viele von ihnen profitieren von separaten Hausarztverträgen mit einzelnen Krankenkassen. Allem Wirbel zum Trotz wollen KBV und Kassen-Spitzenverband an diesem Samstag im Erweiterten Bewertungsausschuss ihre Honorarverhandlungen wieder aufnehmen.

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