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SymposiumOrsi erhält ersten Preis für Behandlungsverfahren

Professor Dr. Franco Orsi, Medizinischer Direktor an der Abteilung für Interventionelle Radiologie am Europäischen Institut für Onkologie erhielt die Auszeichnung "Bestes Poster des Symposiums Klinische interventionelle Onkologie 2010".

Das Poster von Prof. Orsi und eine mündlich vorgetragene Zusammenfassung der Studie wurden einem fachkundigen Publikum während des diesjährigen, zeitlich vor dem Internationalen Symposium über Endovaskuläre Therapie (ISET) stattfindenden Kurses "Klinische interventionelle Kardiologie" (CIO) in Hollywood (Florida) vorgestellt.

18 Patienten mit einem solitären Lebertumor, der entweder nicht reseziert werden konnte oder für dessen Resektion keine Einwilligung vorlag, wurden von Prof. Orsi mit Radiofrequenz-Ablation (RFA) unmittelbar nach Micro-Bland-, transhepatischer arterieller Embolisierung (MBTAE) therapiert. Mit diesem Kombinationsverfahren, mit dem Prof. Orsi und seine Forschungsgruppe am Europäischen Institut für Onkologie Pionierarbeit geleistet haben, konnte nachweislich eine präzise und ausgedehnte Tumorkontrolle erzielt werden. Bei dem Eingriff werden mithilfe der 40 und/oder 100 Mikron Embozene Microspheres sehr kleine, den Tumor mit Blut versorgende Gefässe blockiert. In der Folge kommt es durch die Unterbrechung der Blutversorgung und die thermische Ausbreitung zu einer weiteren Verringerung der Tumorgrösse. Im Anschluss führte das Team von Prof. Orsi dann eine RF-Ablation durch. Bei diesem Kombinationsverfahren erhöht die Verwendung der Embozene Microspheres nachweislich den Erfolg der Intervention und überwindet zuvor beobachtete Nachteile des RFA-Verfahrens.

Prof. Orsi berichtete weiter, dass bei allen Patienten die Intervention technisch erfolgreich verlaufen sei und hervorragende Ergebnisse erzielt werden konnten. Alle Patienten seien am Leben und bei allen seien die Tumorvolumina innerhalb eines sehr sicheren Bereichs zurückgegangen. Auf dem Poster von Prof. Orsi wurde abschliessend festgehalten, dass bei der MBTAE ausschliesslich sehr kleine Mikrokugeln verwendet worden seien, um eine Blutleere tief im Lebergewebe zu erzeugen, die zu einer Steigerung des im Rahmen der RF-Ablation auftretenden thermischen Effekts führe. Die Kombinationstherapie habe in dieser Behandlungsserie die lokalen Ergebnisse verbessert und eine radikale Abtragung von sogenannten "komplexen Leberläsionen" ermöglicht. Allerdings sei die Fallzahl in dieser Serie gering, so dass weitere prospektive Studien erforderlich seien, um die mit der Kombinationsmethode erzielten Ergebnisse abzusichern.

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