Er hat die Abteilung Rhythmologie zu einem auch international angesehenen Kompetenzzentrum ausgebaut. Über 100 wissenschaftliche Publikationen und Buchbeiträge sowie die Herausgabe des Standardwerkes "Konventionelle und intrakardiale Elektrokardiographie" zeugen von herausragenden wissenschaftlichen und klinischen Meilensteinen. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Professor Dr. Thomas Arentz (50).
Dr. Kalusche beschreibt sein Erfolgsgeheimnis mit dem Anspruch, jeden Patienten individuell zu therapieren. Die Verbesserung der Lebensqualität und der Prognose der Patienten stand immer im Mittelpunkt seiner Bemühungen. Dabei hat Dr. Kalusche alle Möglichkeiten der Therapie -Medikation, Ablation oder Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren - ausgeschöpft und diese kontinuierlich methodisch weiterentwickelt. "Dies schließt ein, auch entstehende Komplikationen zu veröffentlichen", betont der scheidende Chefarzt. Ein besonderes Herzensanliegen war Dr. Kalusche die auch international vernetzte Ausbildung von jungen Ärzten und die Weitergabe seines Wissens an einen geeigneten Nachfolger.
"Wir sind Herrn Dr. Kalusche zu großem Dank verpflichtet. Dr. Kalusche hat wesentlichen Anteil an der überaus erfolgreichen Entwicklung des Herz-Zentrums Bad Krozingen und mit Professor Dr. Thomas Arentz beizeiten einen für Kontinuität stehenden Nachfolger aufgebaut", betont für die Geschäftsführung der Ärztliche Direktor Professor Dr. Franz-Josef Neumann.
Nach erfolgreicher Promotion in Düsseldorf begann Dr. Dietrich Kalusche 1976 seine Tätigkeit im Herz-Zentrum Bad Krozingen. Nachdem sich schon seine Doktorarbeit mit dem Thema Herz-Rhythmusstörungen befasst hatte, war die von PD Dr. Georg Csapo† begründete klinische Elektrophysiologie in Bad Krozingen für den ambitionierten und gerade promovierten Arzt das ideale Umfeld, um Wissenschaft und Praxis zu verbinden. Nach erfolgreicher internistischer Facharztausbildung am Kreiskrankenhaus Lahr fügte Dr. Kalusche ab 1983 die Schrittmacherimplantation und die elektrophysiologische Untersuchung zu einem umfassenden Rhythmologiekonzept zusammen. In späteren Jahren entstand daraus die Abteilung Rhythmologie mit Dr. Kalusche als Abteilungschefarzt.
Die Zusammenfassung aller diagnostischen und therapeutischen Verfahren unter einem Dach und die interdisziplinäre Vernetzung mit den ebenfalls im Haus vorhandenen Ressourcen der Chirurgie und Anästhesie waren das Fundament für die Einführung der wegweisenden Defibrillator-Therapie (1985). Die enormen Fortschritte in der Kathetertechnik erlaubten es 1991 die 1. Hochfrequenz-Katheterablation in Bad Krozingen durchzuführen und Patienten mit Herzrhythmusstörungen ("anfallsartigem Herzrasen") dauerhaft zu heilen. 1997 schließlich erfolgte die deutschlandweit vielbeachtete Ablation (Abtragen oder Veröden von unerwünschtem Gewebe) bei Vorhofflimmern, wodurch vielen Patienten eine lebenslange medikamentöse Behandlung erspart wird.


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