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HauptstadtkongressRösler plädiert für Mentalitätswechsel

Einen Mentalitätswechsel im Gesundheitssystem hat Bundesgesundheitsminister Philip Rösler am Mittwoch bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit gefordert.

"Bürokratie und Kontroll-Vorschriften lassen sich nur reduzieren, wenn wir den Leistungserbringern wieder mehr Vertrauen schenken." Die beste Kontrolle im System seien mündige und aufgeklärte Patienten. Wichtig sei mehr Gesundheitswissen für die Bevölkerung und vor allem mehr Transparenz für die Versicherten. "Wir müssen von diesem ständigen Misstrauen gegenüber dem Privaten Gesundheitsanbietern wegkommen", sagte Rösler. "Wenn man immer glaubt, der Staat könne alles besser als die Menschen im System, kann man Bürokratie nicht abbauen." Es bestehe zu viel "unfaire Konkurrenz" im System.

Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium (BMBF), prämierte im Anschluss an Röslers Rede die Sieger der zweiten Runde des Wettbewerbs "Gesundheitsregionen der Zukunft". Gewonnen haben die Konzepte der Regionen Hamburg, Ostseeküste (Greifswald) und Rhein-Neckar (Mannheim). Sie werden in den kommenden vier Jahren mit jeweils bis zu 7,5 Millionen Euro gefördert. "Wir brauchen eine Gesundheitsforschung, die so schnell wie möglich den Patienten zugutekommt", betonte Schütte bei der Siegerehrung. "Die Gesundheitsregionen zeigen, wie das individuelle Potenzial von Verantwortlichen aus der medizinischen Forschung, Entwicklung und Gesundheitsversorgung mobilisiert werden kann." Die 18-köpfige Jury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen betonte in ihrer Erklärung: "Diese Regionen forschen exzellent, vernetzen die relevanten Akteure ,vor Ort‘ effektiv und werden die Ergebnisse zum Wohle der Menschen in die Praxis überführen." Die Gesundheitsregion Ostseeküste (Greifswald) zum Beispiel wird mit der finanziellen Förderung nun ein Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien aufbauen.

Wichtige Akteure des Gesundheitswesens treffen sich jährlich beim dreitätigen Hauptstadtkongress, um sich über aktuelle Fragen der Gesundheitspolitik, der Gesundheitswirtschaft, der Pflege, des Krankenhausmanagements und der Medizin auszutauschen. Zum Kongress werden rund 8.000 Besucher im Berliner ICC erwartet. Darunter Bundes- und Landesminister, Spitzenvertreter der Bundestagsfraktionen, wichtige Entscheider aus der Gesundheitswirtschaft, der Pflegebranche, Ärzte, Physiotherapeuten und Wissenschaftler. Etwa 600 renommierte Referenten sprechen in 100 Veranstaltungen und 50 Workshops zu den aktuellen Themen des Gesundheitswesens.

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