Unternehmenskommunikation

Uwe Dolderer ist neuer Charité-Pressechef

Uwe Dolderer (49), der frühere Pressesprecher im Berliner Klinikkonzern Vivantes, ist neuer Leiter der Unternehmenskommunikation der Berliner Charité und Nachfolger von Stefanie Winde.

Foto: SEW®

Sofort rentabel: Mit der durch die Direktvergabe eingesparten Investition und den Sub-stitutionen aus anderen Gewerken wird mit der ersten Betriebsstunde Geld eingespart.

Windes Vertrag wurde von der Charité nicht verlängert. Die Nachricht lässt aufhorchen. Als Präsident im Bundesverband der Pressesprecher (BDP) mit rund 4.300 Mitgliedern ist der Ex-Journalist Dolderer in der Szene kein Unbekannter, seine jüngste berufliche Karriere verlief etwas holperig. Bei Vivantes unter dem damaligen Klinikchef Joachim Bovelet geriet Dolderer ins Abseits, nahm nicht mehr an Sitzungen der Geschäftsführung teil, wurde bei wichtigen Entscheidungen übergangen. So engagierte Vivantes 2010 einen externen Berater zur Entwicklung der Markenkommunikation, stellte Dolderer, zu diesem Zeitpunkt für das Marketing verantwortlich, vor vollendete Tatsachen. Das Arbeitsverhältnis zwischen Dolderer und Vivantes endete zum 31. Januar 2011.

Personalaufwand der Pressestelle beschäftigt Berliner Parlament
Dolderer orientierte sich neu, bereits im Februar 2011 rückte der damals 46-Jährige in die Geschäftsleitung von McFit, übernahm die Unternehmenskommunikation. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn Firmenchef Rainer Schaller stand als Hauptsponsor der Love Parade 2010 in Duisburg unter Beschuss. Nach einer Massenpanik endete das Techno-Spektakel als Tragödie mit 21 Toten und über 500 Verletzten. Bereits Ende 2012 schied Dolderer bei McFit wieder aus, nach weniger als zwei Jahren. Nach "internen Umstrukturierungsmaßnahmen" sei die Stelle weggefallen, berichtete McFit. Gleichzeitig rüstete die Billig-Fitnesskette ihre PR-Abteilung auf, präsentierte mit Nicola Pattberg (34) ein neues Gesicht als strategische Kommunikationschefin für den europäischen Raum.

Nach einer Aufstellung im Intranet besteht die Unternehmenskommunikation der Charité aus 13 Mitarbeitern. Hinzu kommt, dass die Charité durch externe Agenturen wie beispielsweise Scholz & Friends, Bonne Nouvelle und Zum Goldenen Hirschen unterstützt wurde oder wird. Dieser hohe Personaleinsatz rief vor wenigen Wochen den Arzt und Politiker Wolfgang Albers (Die Linke) auf den Plan (kma berichtete). Der Vorsitzende im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses möchte vom Senat wissen, welche Personal- und Sachkosten die Charité, die einen scharfen Sparkurs fährt, jährlich für die Unternehmenskommunikation aufbringen muss.

Schleudersitz Unternehmenskommunikation
Das Verhältnis zwischen Vorstand und seinen letzten Sprecherinnen war nie ganz ungetrübt. Stefanie Winde, 2010 als Wunschkandidatin verpflichtet, geriet vor Monaten ins Abseits. Die frühere gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus und Mutter zweier kleiner Töchter hatte ihre Aufgabe offenbar unterschätzt. Formal leitet Winde die Unternehmenskommunikation der Klinik, öffentliche Statements kommen seit Monaten von ihrer Stellvertreterin Manuela Zingl.

Etwas länger hielt Vorgängerin Kerstin Endele durch. "Nach fast fünf Jahren in der Charité hat mich das Leben wieder", schrieb Endele Ende April 2010 zum Abschied an Freunde und Kollegen. Um Abstand zu gewinnen startete die PR-Frau am 1. Mai des selben Jahres zu einer Radtour von Flensburg nach Tirol. Inzwischen berät Endele mit ihrer eigenen Kommunikations-Agentur von München und Braunschweig aus Krankenhäuser und Gesundheitsunternehmen im deutschsprachigen Raum. 

  • Schlagwörter:
  • Klinik
  • Charité
  • Pressestelle

Kommentare (1)

  1. Ein sehr...

    01.08.2013, 12:27 Uhr

    ...interessanter Einblick in die internen "Gepflogenheiten" eines große Krankenhauses.

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren