Dass die Stadt mit dem Verkauf von 49 Prozent der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) an die Rhön Klinikum AG alle Sorgen los sei bezweifeln die Oppositionspartein, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Grund: Das Defizit des vergangenen Jahres fällt nach Angaben der neuen, von Rhön entsandten Geschäftsführung, deutlich höher aus als erwartet. Statt 20,5 Millionen Euro belaufen sich die Schulden offenbar auf rund 53 Millionen Euro, so die Zeitung. 2010 hatte das Defizit rund acht Millionen Euro betragen. Die Opposition aus Grüne, Linke und Piraten hat nun im Stadtparlament nachgehakte. Rhön habe die Übernahme der Darlehensverbindlichkeiten vertraglich auf 110 Millionen Euro gedeckelt, heißt es im Antrag der Grünen-Fraktion. "Die Ausfallbürgschaften bezifferte die Partei auf 83,7 Millionen Euro und die Kassenkredite auf 48,4 Millionen Euro. Demnach könnte Rhön 22,1 Millionen Euro von der Stadt fordern", schreibt die Zeitung. Klinikdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender Arno Goßmann (SPD) wollte den erhöhten Schuldenstand gegenüber der "Frankfurter Rundschau" nicht kommentieren. "Wir warten den von Wirtschaftsprüfern testierten Jahresabschluss ab", sagte Goßmann der Zeitung. Er betonte aber, dass es für die Stadt keine vertragliche Verpflichtung zur Übernahme erhöhter Schulden gebe.
Chefärzte beklagen Rufschädigung
Derweil haben die HSK-Chefärzte die Geschäftsführung in einem vertraulichen Schreiben Rufschädigung vorgeworfen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Damit reagieren sie auf Aussagen, der neuen Manager André Eydt und Parwis Fotuhi. Die hatten erklärt, dass die Einkünfte der 26 Klinikdirektoren sich zum Teil in Größenordnungen bewegten, die es im Rhön-Konzern nicht gebe.


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