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Rhön-Klinikum AGWie viel Prozent hält Asklepios?

Die Rhön-Klinikum AG, lange Zeit größter Klinikkonzern Deutschlands, ist zum Spielball der Interessen von Fresenius und Asklepios geworden.

Die gescheiterte Übernahme der Rhön-Klinikum AG durch Fresenius bezeichnet Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff als "sehr ungewöhnliche Situation". Es gebe immer wieder Transaktionen, die scheitern. "Doch dann sind meistens Aufsichtsrat und Vorstand dagegen." Der Rhön-Deal war jedoch keine klassische feindliche Übernahme, die vom Übernahmekandidaten abgewehrt wurde — stattdessen hat Konkurrent Asklepios den Deal mit einem finanziellen Kraftakt torpediert: Für die Übernahme waren 90 Prozent der Aktien nötig, Fresenius konnte aber nur 84,3 Prozent einsammeln. Die Papiere waren "getendert", also nur reserviert. In diesen Tagen gehen sie zurück an ihre Besitzer, die dann wieder frei über die Aktien verfügen können.

Gerüchte: Asklepios soll 8 Prozent halten
Die Niederlage von Fresenius wird von der Branche als Sieg für Asklepios betrachtet. Unklar ist jedoch, wie viel Prozent Rhön-Aktien das Unternehmen von Bernard Broermann erworben hat. Es gibt Meldepflichten bei 3, 5 und 10 Prozent. Asklepios hat 5 Prozent gemeldet, könnte aber deutlich mehr besitzen. Gerüchten zufolge soll der Klinikbetreiber 8 Prozent halten. Diese Ungewissheit macht das weitere Vorgehen für Fresenius schwierig. Laut Aktienrecht muss ein Bieter nach einem Übernahme-Angebot zwar ein Jahr warten, um erneut ein Angebot abzugeben — allerdings gibt es eine Ausnahme: Fresenius könnte kurzfristig ein neues Angebot abgeben, wenn die Führung des Übernahmekandidaten Rhön und die Aufsicht Bafin zustimmen. Das ist möglich. Doch solange Asklepios sein Aktienpaket hält, hat ein solches Manöver wenig Aussicht auf Erfolg.

Es bleibt die Frage: Was will Asklepios? Der Konzern hat die Rhön-Aktien voraussichtlich zu einem hohen Kurs gekauft und verbucht durch den Kursverfall derzeit vermutlich einen zweistelligen Millionenverlust. Fresenius und Asklepios müssen nun Wege aus dieser Pattsituation finden. Eine Möglichkeit wäre, dass Asklepios die Rhön-Übernahme mit finanziert und dafür einen Anteil der Rhön-Kliniken bekommt. Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch, der die Übernahme vorangetrieben hatte, hat bereits angekündigt, sich mit Asklepios-Chef Broermann treffen zu wollen. Dass Broermann Kompromissbereitschaft zeigt und es zu einer schnellen Lösung kommt, halten Experten aber für schwer vorstellbar.

Spielball Rhön
Die Rhön-Klinikum AG befindet sich derweil in einer misslichen Lage: Da Fresenius nicht nur Aktien getendert hat, sondern über die Krankenhaustochter Helios auch mehr als 3 Prozent Rhön-Aktien erworben hat, halten nun beide großen Konkurrenten Anteile am Rhön-Konzern. Die Stellung des Unternehmens ist laut Experten deutlich geschwächt. "Die Konsolidierung des Marktes wird sich früher oder später durchsetzen", resümiert die Commerzbank in einem Schreiben, "aber der Aktienkurs von Rhön wird davon in den nächsten Jahren kaum profitieren". Die Analysten der Commerzbank rechnen mit einer Belastung des Unternehmens allein durch die Rechtsberatung für den geplatzten Deal von 20 Millionen Euro, was pro Aktie etwa 15 Cent wären. Das gilt aber noch als eines der kleineren Probleme. "Viele Mitarbeiter haben sich in den vergangenen Wochen viele Gedanken über die eigene Zukunft gemacht, darunter könnte das operative Geschäft gelitten haben", bemerkt Wendorff. Nun muss das Management die Mitarbeiter neu motivieren. Es ist keine leichte Aufgabe, die Rhön-Vorstandschef Wolfgang Pföhler nun zu stemmen hat.

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