Pflegepersonalbedarf

Deutscher Pflegerat und DKG legen Eckpunkte für bessere Versorgung vor

Der Deutsche Pflegerat (DPR), die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben Eckpunkte für die Entwicklung eines Instrumentes zur verbindlichen Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs und der Pflegepersonalausstattung vorgelegt.

Krankenhausflur

Fotolia (spotmatikphoto)

Symbolfoto

Ziel ist es, dauerhaft ein Instrument zur Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs in Krankenhäusern zu entwickeln, das unterschiedliche Patientengruppen und Leistungsfelder hinsichtlich ihres Bedarfes an Pflegepersonal einschätzt. Es soll sich an den Standards der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung orientieren und hohe Patientensicherheit gewährleisten.

Personalbemessungsinstrument künftig Grundlage für Pflegebudget

Das Instrument ermittelt den Pflegepersonalbedarf eines Krankenhauses für die unmittelbare Patientenversorgung auf allen bettenführenden Stationen und definiert die notwendige Pflegepersonalausstattung für die Stationen des gesamten Krankenhauses. Bis zum 31. Dezember 2019 werden die drei Partner einen Vorschlag für ein Pflegepersonalbemessungsverfahren vorstellen und dieses dem Bundesministerium für Gesundheit präsentieren.

Die Partner erwarten, dass das Ministerium den Vorschlag aufnimmt und diesen in einer Regierungskommission unter Beteiligung von DPR, DKG und ver.di berät. „Die Beteiligten sind sich einig, dass das Personalbemessungsinstrument künftig die Grundlage für die Verhandlung der Pflegebudgets ist. Mit dessen Hilfe lässt sich der realistische Bedarf zur Aufrechterhaltung hoher Pflegequalität ermitteln“, erklärte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß.

Mit dem Personalbemessungsinstrument würden sich zudem die gesetzlichen Pflegepersonaluntergrenzen und ihre Ausweitung erübrigen, da ein weitaus realistischeres und wirksameres Mittel zur Sicherung der Pflegequalität zur Verfügung stünde.

Gesetzgeber ist gefordert

„Wir benötigen die Orientierung am Bedarf, nicht an einem beliebig festgelegten Grenzwert für Gefährdung. Um aber eine langfristige Sicherung des Personals zu haben, brauchen wir die finanziellen Mittel. Die finanziellen Mittel für das Personal und für die Arbeitsplatzausgestaltung müssen bereitgestellt werden. Deshalb gilt auch unsere Forderung an die Länder, ihrer Verpflichtung bei den Investitionsmitteln endlich gerecht zu werden.“

„ver.di fordert seit langem eine Personalausstattung in den Krankenhäusern, die eine gute und sichere Pflege und Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet und die Beschäftigten entlastet. Deshalb begrüßen wir sehr, dass die DKG nun bereit ist, mit ver.di und dem DPR ein entsprechendes Instrument zu entwickeln“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes.

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