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37 Prozent der Kliniken müssen Intensivbetten zeitweise schließen

37 Prozent aller Kliniken mussten Betten auf Intensivstationen schließen, um die Pflegepersonaluntergrenzen einhalten zu können. Auch auf den pflegesensitiven Allgemeinstationen mussten 23 Prozent der Kliniken aus diesem Grunde Bettensperrungen vornehmen.

Dr. Gerals Gass

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Außerdem mussten 29 Prozent sogar ganze Bereiche zeitweise von der Notfallversorgung bei der Leitstelle des Rettungsdienstes abmelden. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Krankenhausinstitutes (DKI) hervor, die heute veröffentlicht wurde.

„Diese Zahlen sind ein alarmierendes Zeichen, dass die Pflegepersonaluntergrenzen zu Einschränkungen bei der Versorgung führen. Dies gilt besonders hinsichtlich der flächendeckenden Notfallversorgung der Bevölkerung mit Hochleistungsmedizin und für die Intensivstationen. Hinzu kommt, dass weitere sechs Prozent der Kliniken bei Intensivbetten Schließungen planen. Wenn nun noch weitere Bereiche mit Untergrenzen arbeiten müssen und die Untergrenzen bei Intensivstationen, wie von den Krankenkassen gefordert, noch weiter verschärft werden, kann das nicht mehr steuerbare Auswirkungen haben.

„Deshalb fordern wir das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf, den Umstieg auf ein Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument jetzt einzuleiten, statt auch noch die Intensivstationen für Schlaganfälle zu Abmeldungen wegen hochfraglichen abgeleiteten Personalquoten zu zwingen“, erklärte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. Auch auf die Attraktivität der Pflegeberufe wirken sich die Pflegepersonaluntergrenzen negativ aus: Krankenhäuser müssen die Personalbesetzung auf den Stationen jetzt tagesaktuell nach Patientenzahlen steuern.

Pflegepersonaluntergrenzen bewirken Gegenteil

Das führt in 53 Prozent der Krankenhäuser zu kurzfristigen Änderungen von Dienstplänen und in einem Drittel der Kliniken zu Mehrarbeitsstunden und vermehrten Abrufen aus der freien Zeit. Dass die Vorgaben zu Pflegepersonaluntergrenzen das Problem der Pflege nicht lösen können, wird ersichtlich daraus, dass heute bereits 65 bis 70 Prozent aller Krankenhäuser Probleme bei der Besetzung freier Stellen in den pflegesensitiven Bereichen haben. In der Pflege herrscht Vollbeschäftigung, es stehen auf dem Stellenmarkt nicht genügend Pflegekräfte zur Verfügung.

Nur durch die Gewinnung zusätzlicher neuer Pflegekräfte und die Aufstockung von Teilzeit-Pflegestellen kann dieses Problem gelöst werden. Dies setzt voraus, dass der Pflegeberuf für Berufsanfänger und für Rückkehrer attraktiver und mit dem Privatleben besser vereinbar wird.

„Die Pflegepersonaluntergrenzen bewirken also genau das Gegenteil dessen, was u. a. mit der ‚Konzertierten Aktion Pflege‘ der Bundesregierung erreicht werden soll: zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf für beruflich Pflegende Arbeitszeit und Dienstpläne gesundheitsgerecht, partizipativ, flexibel und verlässlich zu gestalten, um dadurch eine Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe zu erreichen und mehr Menschen für einen Pflegeberuf zu gewinnen“, so Gaß.

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