Ärzte müssen ihre Patienten vor einer solchen Behandlung schriftlich über die Kosten informieren, die nicht von der Krankenkassen übernommen werden, beschloss der Deutsche Ärztetag zum Abschluss am Freitag in Kiel. Die umstrittenen Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) haben sich stark verbreitet. Der ehemalige Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hatte seine Kollegen in seiner Abschiedsrede aufgefordert, Patienten diese Leistungen nicht aufzudrängen.
Die beschlossene Neufassung des ärztlichen Standesrechts verpflichtet die Mediziner auch, Patienten nach der Aufklärung über eine Behandlung mehr Bedenkzeit einzuräumen. "Damit wollen wir vor allem bei den Schönheitsoperationen, die medizinisch nicht notwendig sind, sicherstellen, dass Patienten einen vorgesehenen Eingriff noch einmal abwägen können", sagte Vorstandsmitglied Udo Wolter.
Zudem forderten die Ärzte per Beschluss, bei der Auswahl von Medizinstudenten sollten Schulnoten ein geringeres Gewicht bekommen. Es seien - unter anderem - auch soziale Kompetenzen notwendig. Praktika, soziales Engagement oder eine Berufsausbildung sollten stärker als bisher ins Gewicht fallen. "Über individuelle Eignungsgespräche könnten die Universitäten Zugangskriterien über die Abiturnote und die Wartezeit hinaus berücksichtigen", so die Ärzte.
Zum Gegensteuern forderte der Ärztetag gegen das weit verbreitete Übergewicht bei Kinder und Jugendlichen auf. Eltern müssten bei den Früherkennungsuntersuchungen besser aufgeklärt werden.



Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen