"Vieles liegt im Argen", sagte der Stuttgarter Hausarzt und Chef des Ärzteverbunds MEDI vor der möglicherweise entscheidenden Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) heute (Freitag) in Berlin.
Ein Antrag von Delegierten aus mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen, die eigentlich für April geplante Wahl vorzuziehen, werden Chancen eingeräumt. KBV-Chef Andreas Köhler kämpft um seine Wiederwahl. Seinen Hut in den Ring geworfen hat auch der Chef der Ärzteorganisation NAV-Virchow-Bund, Dirk Heinrich.
"Das Problem ist, dass die Versorgerpraxen nicht mehr ausreichend finanziert werden", sagte Baumgärtner. "Das ist auch der Grund, warum wir keinen Nachwuchs bekommen." Alleine aus den Einnahmen der gesetzlichen Kassen kämen die Praxen nicht über die Runden. "Es ist ein Skandal, dass die ärztliche Versorgung in Deutschland nicht auf der Basis von festen Preisen funktioniert." Nach komplizierten Berechnungen mit Punkten und Punktwerten bekommen die Ärzte oft erst Monate später mit, was sie im Einzelnen verdient haben.
"Wir wollen feste Preise, die betriebswirtschaftlich kalkuliert sind", sagte Baumgärtner. Eine grundlegende Honorarreform könnte "im Großen und Ganzen" ohne frisches Geld realisiert werden - allerdings nur, wenn an anderer Stelle wie den Arzneimitteln gespart werde. "Es muss nicht 50 Mittel gegen Bluthochdruck mit gleicher Wirkung, aber 50 unterschiedlichen Preisen geben." Baumgärtner sprach sich für eine computergestützte Liste empfohlener Medikamente für die Ärzte aus.
Baumgärtner hat als MEDI-Chef vor drei Jahren den ersten Vertrag zwischen Ärzten und einer AOK zur Ärztebezahlung an der KBV vorbei mitverhandelt, den Hausarztvertrag in Baden-Württemberg. Zuvor war er aber auch schon einmal Vorstandsmitglied der KBV.


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