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ArzneimittelgesetzAnzag rechnet mit Gewinnrückgang

Der Pharmagroßhändler Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) rechnet nach dem Ergebniszuwachs im abgelaufenen Geschäftsjahr für die kommenden beiden Jahre mit Rückgängen.

"Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) verdunkelt wieder den Himmel über dem pharmazeutischen Großhandel in Deutschland", sagte Anzag-Chef Thomas Trümper am Mittwoch in Frankfurt. Mit den erst jüngst im Bundestag verabschiedeten Gesetzen sollen rund 200 Millionen Euro jährlich ab 2011 im deutschen Pharmagroßhandel eingespart werden. Dies bedeutet für Anzag eine Belastung des Gewinns vor Steuern in Höhe von gut 33 Millionen Euro.

"Die Sparmaßnahmen können vom Großhandel nicht getragen werden", sagte Trümper. Im Jahr 2009 hätte das Vorsteuerergebnis der gesamten Branche in Deutschland bei 172 Millionen Euro gelegen. "Wir werden die Belastungen an die Apotheken durchreichen müssen." Unter anderem plant der in Frankfurt ansässige Großhändler die Rabatte für die Apotheken zurückfahren.

"Wir wissen noch nicht genau, was auf uns wegen der AMNOG zukommt", sagte Trümper. Die Dividende will das Management deshalb vorsorglich komplett streichen. Im Vorjahr hatte der Celesio-Konkurrent noch 1,10 Euro je Anteilsschein gezahlt.

Erst jüngst hatten Celesio, Phoenix und Sanacorp ihre Anzag-Anteile an den britischen Pharmagroßhändler und Apothekenbesitzer Alliance Boots verkauft. Die Genehmigung durch die Kartellbehörden steht noch aus. Neben dem Großaktionär Alliance Boots halten noch die niederländische Mediq sowie die deutsche Noweda jeweils knapp 6 Prozent an Anzag.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,0 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Dazu beigetragen haben eine gute Nachfrage nach teuren Arzneimitteln sowie die ausländischen Töchter. Für das kommende Jahr rechnet das Unternehmen trotz der Belastungen aus der Gesundheitsreform mit einem Zuwachs beim Umsatz auf rund 4,4 Milliarden Euro. Operativ stieg das Ergebnis (EBIT) von 35,0 Millionen Euro auf 54,4 Millionen Euro. Der Überschuss erhöhte sich von 13,9 Millionen Euro auf 30, 5 Millionen Euro.

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