"Es gibt stellenweise eine ungerechte Ungleichverteilung zwischen den Spezialisten und den Hausärzten", sagte Altiner. Es müsse bedacht werden, dass Haus- oder auch Kinderärzte für die Primärversorgung der Bevölkerung die wichtigste Rolle spielten, mehr als jede andere Arztgruppe. Von den Spezialisten hätten jedoch viele ein deutlich höheres Einkommen. Die Unterschiede in der Honorierung zwischen den Fach- und Allgemeinärzten liegen nach Ansicht Altiners in einer jahrzehntelangen Fehlsteuerung. "Kaum jemand wagt zuzugeben, dass die primärärztliche Versorgung unter- und die spezialärztliche überbetont wurde."
Allerdings sei es auch unklug von den Krankenkassen, den Ärzten in der momentanen Situation ein Angebot unterhalb der Inflationsrate zu unterbreiten. Denn es werde seit Jahren darum gestritten, dass gerade die Allgemeinmediziner bessergestellt werden, sagte Altiner. Zudem sei es extrem problematisch, dass die Gesellschaft viel zu lange den permanenten Ausgabensteigerung der Aparatemedizin und Pharmaindustrie und der immer geringeren Wertschätzung der originären ärztlichen Arbeit einfach zuschaute. "Niemand hatte den Willen, Dinge in die Wege zu leiten, die dieses Ungleichgewicht korrigiert hätten."


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