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Überhöhte VorstandsgehälterBundesrechnungshof attackiert Krankenkassen

Der Bundesrechnungshof (BRH) will künftig verstärkt das Finanzgebahren der gesetzlichen Krankenkassen untersuchen.

Die Ergebnisse der bisherigen Prüfungen nannte BRH-Präsident Dieter Engels "unglaublich". "Wie manche Kassen mit dem Geld der Versicherten umgehen, habe ich mir nicht vorstellen können", sagte Engels der "WirtschaftsWoche". Er moniere "überhöhte Vorstandsgehälter bis 300.000 Euro, abenteuerliche Abfindungen, zu hohe Verwaltungskosten, teure Beraterverträge", berichtet das Blatt vorab. Vor allem bei Kassen-Fusionen gebe "es Deals unter den Beteiligten, da bekommt ein Prüfer, der sie aufdeckt, graue Haare". Grund für die Missstände sei nicht zuletzt die lückenhafte staatliche Rechtsaufsicht. Engels: "Die Aufsicht durch das Bundesversicherungsamt genügt den Maßstäben einer unabhängigen Finanzkontrolle nur unzureichend. Hier müssen wir neue Formen finden."

Die Aussagen sind vor dem Hintergrund der geplanten Gesundheitsreform und dem erwarteten Defizit bei den Krankenkassen zu sehen: Im vergangenen Jahr waren die Ausgaben der gesetzlichen Kassen für Medikamente um 5,3 Prozent auf mehr als 32 Milliarden Euro gestiegen. Für 2011 wird mit einem Defizit der Kassen zwischen 11 und 15 Milliarden Euro gerechnet. Die Gesamtausgaben für 2010 sind auf rund 170 Milliarden Euro kalkuliert.

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