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PorträtDer Anti-Diplomat - Söder provoziert Parteifreunde

Markus Söder ist kein Mann der leisen Töne, er war es nie und wird es wohl kaum werden.

Markus Söder, als Generalsekretär einst berufsmäßig der Ober-Haudrauf der CSU, hat seinen Hang zu deutlichen Worten bis heute nicht abgelegt. Ob es nun gegen die Opposition, den Koalitionspartner FDP oder - wie ganz aktuell - die eigenen Parteifreunde geht: Söder, seit Herbst 2008 Umwelt- und Gesundheitsminister in Bayern, nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was er denkt. Ob er damit aneckt oder nicht, ist ihm egal.

Bei dem 43-jährigen Nürnberger kommen mehrere Eigenschaften zusammen: Er ist einer der ausgewiesenen Polit-Profis in der CSU. Söder ist redegewandt, er hat ein untrügliches Gespür für publikumswirksame Themen - und er ist ein Machtmensch, der, so berichten viele Christsoziale, extrem ehrgeizig ist. Ein Einzelkämpfer, dem es immer auch um die eigene Profilierung geht.

In seiner Partei hat Söder, einst Ziehsohn des damaligen Parteichefs und Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, deshalb nicht den allerbesten Stand. Er wird nicht geliebt wie ein Karl-Theodor zu Guttenberg. Und dennoch ist Söder einer der Kronprinzen, wenn es eines Tages um die Nachfolge des amtierenden Partei- und Regierungschefs Horst Seehofer gehen wird. Einmal Ministerpräsident in Bayern werden, dieses Ziel hat Söder, der auch schon Chef der bayerischen Jungen Union und Europaminister war, ohnehin stets vor Augen. Bereits 2008, nach dem CSU-Fiasko bei der bayerischen Landtagswahl und dem Aus für Günther Beckstein, galt Söder als ein möglicher Nachfolger - nahm sich aber damals selbst aus dem Rennen. "Für mich ist es jetzt zu früh", meinte er da vielsagend.


Anfang dieses Jahres machten Gerüchte die Runde, Söder wolle in Kreuth Landtagsfraktionschef Georg Schmid vom Sockel stoßen und sich dessen strategisch bedeutsamen Posten sichern. Doch er hielt still.

Söder muss wohl zu schaffen gemacht haben, dass im vergangenen Jahr vor allem Bundesminister Guttenberg von sich reden machte - und er selbst in der öffentlichen Wahrnehmung in dessen Schatten stand. Nun aber hat der Vater von vier Kindern mit der Gesundheitspolitik ein Politikfeld gefunden, auf dem er sich auf Bundesebene weiter profilieren kann. So zieht er quasi seit dem Start der schwarz-gelben Bundesregierung gegen eine Kopfpauschale im Gesundheitssystem zu Felde. 80 Prozent der Bevölkerung habe er dabei auf seiner Seite, erklärt er. Die im Bund eingesetzte Regierungskommission erklärt der Landesminister forsch für tot, bevor diese überhaupt angefangen hat, zu arbeiten.

Mit der Diplomatie ist es bei Söder derzeit nicht mehr allzu weit her. Lediglich in seiner Zeit als Europaminister hatte er sich als eine Art bayerischer Außenminister versucht, war etwa in den Nahen Osten gereist und hatte insgesamt sanftere Töne angeschlagen. Jetzt könne er "nicht mehr so auf den Tisch hauen", sagte Söder damals, im Jahr 2008, bei einem Aufenthalt in Jerusalem. Aber den "Dienst an der Front" habe er als CSU-General ja schon geleistet. Inzwischen aber hat Söder längst wieder auf Angriff geschaltet.

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