Die bestehenden Regeln in der EU ließen unnötig hohe Gesundheitsrisiken zu, kritisierten Foodwatch und die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs am Dienstag.
Nötig sei, die EU-Höchstgrenzen für Cäsium von 600 auf 16 Becquerel pro Kilogramm Lebensmittel zu senken, für Babynahrung und Milchprodukte von 370 auf 8 Becquerel. Es dürfe auch keine unterschiedlichen Niveaus für Normal- und Krisenfälle geben.
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode monierte, die in der EU und Japan geltenden Grenzwerte folgten wirtschaftlichen Interessen. Dabei könne es prinzipiell keine "sicheren" Grenzwerte geben. Jede noch so geringe Strahlung bedeute ein Risiko, da sie Erkrankungen wie Krebs auslösen könne. Die Festsetzung von Grenzwerten sei letztlich "eine Entscheidung über die tolerierte Zahl von Todesfällen".
Foodwatch stellte ein bei der Gesellschaft für Strahlenschutz in Auftrag gegebenes Gutachten mit Berechnungen über die Folgen von Grenzwerten vor. Theoretisch angenommen, die deutsche Bevölkerung ernährte sich nur von Produkten, die in Höhe der Grenzwerte belastet sind, bedeutete dies demnach mindestens 150 000 Todesfälle pro Jahr.
Die Verbraucherorganisation forderte, radioaktives Jod 131 mit kurzer Halbwertszeit von acht Tagen gar nicht mehr in Lebensmitteln zu dulden. Außerdem müsse das "Grenzwertchaos" in der EU behoben werden. So dürfe es keine unterschiedlichen Werte für Einfuhren aus verschiedenen Ländern geben. So hätten Weißrussland oder die Ukraine infolge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum Beispiel strengere Höchstgrenzen als die EU.
Foodwatch betonte, dass es keine Hinweise gebe, dass aktuell hoch radioaktiv belastete Produkte aus Japan in Europa im Handel seien.


Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen