Vorstand übt Kritik

Geringe Beteiligung bei Charité-Warnstreik erwartet

An dem geplanten Warnstreik an der Berliner Charité können sich aus Sicht der Gewerkschaft Verdi nur weniger als 100 Mitarbeiter beteiligen. Charitè-Vorstand Prof. Ulrich Frei kritisiert den geplanten Weg.

Foto: Archiv

„Es werden am Dienstag keine Massen auf die Straßen gehen“, sagte Verhandlungsführer Kalle Kunkel am Montag. Hintergrund seien Uneinigkeiten mit der Arbeitgeberseite über eine Notdienstvereinbarung. Es würden nun lediglich geplante Operationen verschoben, erläuterte Kunkel.

 

„Aus Sicht des Vorstands der Charité ist dies kein konstruktiver Weg, um die im Tarifvertrag von 2016 gemeinsam definierten Ziele zwischen ver.di und der Charité zu erreichen“, sagt der Ärztliche Direktor der Charité Prof. Dr. Ulrich Frei. Die Charité hätte mit ihrem Tarifvertrag vor zwei Jahren bundesweit einmalige Maßstäbe zur Verbesserung der Pflege an Krankenhäusern gesetzt. ver.di hatte diesen Vertrag zum 30.6.2017 auslaufen lassen.

„Wir teilen uneingeschränkt die Auffassung, dass es mehr Pflegepersonal im Krankenhaus geben muss“, betont Frei. Angesichtes des bundesweit bestehenden Fachkräftemangels im Bereich der Krankenhauspflege ist es trotz internationaler Anwerbung von Pflegekräften noch nicht gelungen, alle von der Charité budgetierten Stellen zu besetzen. Dennoch wurden bereits mehr als 250 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt und es werden weitere folgen.

Der Konflikt dreht sich um die Arbeitsbelastung von Pflegekräften. Er schien schon vor gut einem Jahr beigelegt. Ein neuer, nun ausgelaufener Tarifvertrag sah personelle Mindestbesetzungen auf Stationen und damit einen Personalzuwachs vor. Laut Verdi wird der Tarifvertrag jedoch unterlaufen.

  • Schlagwörter:
  • Verdi
  • Charite
  • Pflegepersonal
  • Streik

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren