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OrganspendeGrüne fordern mehr Informationen

Mehr Informationen zur Organspende hat der Rostocker Grünen-Politiker Harald Terpe gefordert.

"Wenn man sich für eine Organspende entscheidet, dann muss man sich informiert entscheiden", sagte der Bundestagsabgeordnete am Montag der dpa. Terpe kritisierte den Vorschlag von Unionsfraktionschef Volker Kauder, junge Menschen bei der Ausstellung des Führerscheins mit dieser Frage zu konfrontieren. "Ich halte das nicht für praktikabel und nicht für angemessen", sagte Terpe. Heranwachsende könnten nicht einfach ein Kreuzchen auf einem Fragebogen machen, ohne vorher gründlich aufgeklärt worden zu sein.

"Wenn man sich für eine Organspende entscheidet, dann muss man sich informiert entscheiden", sagte Terpe. Die Verwaltungsbeamten auf den Ämtern seien dafür nicht geschult. Kauder hatte angeregt, dass alle Bürger einmal in ihrem Leben zur Organspende befragt werden. Zusammen mit SPD-Fraktionschef Frank- Walter Steinmeier will er diese "Entscheidungslösung" gesetzlich verankern. Der Bundestag soll noch in diesem Jahr entscheiden.

Voraussetzung für die Bereitschaft zur Organspende sei Aufklärung, sagte Terpe. Viele Menschen seien zur Spende einer Niere oder ihres Herzens nach dem Tod bereit. Wenn sie jedoch wüssten, dass darüber hinaus Knochen und Knochenhäute, Brust- und Bauchfell entnommen werden, dass die Organentnahme einer "Ausweidung der Leiche gleichkommt", würden sehr viel weniger Menschen ihre Zustimmung geben, meinte der Grünen-Abgeordnete, der selbst ausgebildeter Arzt ist.

Spender sollten die Möglichkeit haben, ihre Entscheidung rückgängig zu machen und ihre Spendenbereitschaft auf bestimmte Organe zu begrenzen. Terpe warnte davor, Menschen bei diesem sensiblen Thema unter Druck zu setzen. "Wir haben auch was zu verspielen, wenn wir zu forsch in eine mögliche Zwangssituation reingehen." Die Bürger könnten sich gegängelt fühlen und mit Ablehnung reagieren.

Der Schlüssel zu einer größeren Zahl von Organspenden ist nach Einschätzung von Terpe eine bessere Organisation. "Es liegt ganz wesentlich daran, wie die Organtransplantation organisiert wird, also ob es Verantwortliche gibt, die mit Patienten und Angehörigen darüber reden", sagte der Gesundheitspolitiker. Zudem müsse die Personal- und Kostenfrage in den Kliniken geregelt sein.

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