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PflegereformHundt fordert mehr Wettbewerb

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die schwarz-gelbe Koalition zum Verzicht auf Mehrkosten durch die geplante Pflegereform aufgefordert.

"Durch Umschichtungen ist es möglich, Demenzerkrankungen stärker als bislang zu berücksichtigen", sagte Hundt. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will unter anderem eine Besserstellung der immer zahlreicheren Demenzkranken in Deutschland erreichen.

"Allein die steigende Zahl der Pflegebedürftigen und die Dynamisierung der Pflegesätze werden in Zukunft für höhere Kosten sorgen", sagte Hundt. "Es passt nicht zusammen, gleichzeitig höhere Leistungen und niedrigere Beitragssätze zu versprechen." Auf keinen Fall dürfe ein steigender Beitragssatz zur Pflege gegen sinkende Rentenbeiträge aufgerechnet werden, denn die anstehende Entlastung in der Rentenversicherung werde nur für einige Jahre möglich sein.

"Bessere Pflege ist auch ohne zusätzliches Geld möglich", mahnte Hundt. Ähnlich wie bei den gesetzlichen Krankenkassen müssten in der Pflegeversicherung Wettbewerb und Verhandlungen über Qualität und Preise eingeführt werden. Wenn Pflegebedürftigkeit wie angekündigt statt in drei Pflegestufen künftig in fünf Bedarfsgraden ermittelt werde, müsse diese Änderung kostenneutral sein.

"Es macht keinen Sinn, zusätzliche und höhere Leistungen zur Unterstützung von Angehörigen einzuführen, obwohl vorhandene Instrumente bislang kaum in Anspruch genommen werden", sagte Hundt weiter. So müsse stärker für Kurzzeitpflege geworben werden. Von den rund 1,2 Millionen Altersverwirrten werden etwa 750.000 mit geringer Hilfe zu Hause gepflegt. Familienangehörige sind oft überlastet. Bis 2060 erwarten Experten 2,5 Millionen Demente.

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