Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

Fast Rote ZahlenKassen im ersten Quartal gerade noch im Plus

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist auf dem Marsch in die roten Zahlen.

Zwar gab es im ersten Quartal noch einen Einnahmeüberschuss von rund 235 Millionen Euro. Doch wird zum Jahresende ein Defizit von 3,1 Milliarden Euro erwartet. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres gab es bei den Krankenkassen noch einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro.

In den ersten drei Monaten standen Einnahmen von 43,5 Milliarden Euro Ausgaben von knapp 43,3 Milliarden Euro gegenüber. Ohne den anteiligen Zuschuss aus der Steuerkasse wären die Krankenkassen bereits im ersten Quartal mit etwa 700 Millionen Euro ins Defizit gerutscht. Über Zusatzbeiträge, die seit kurzem erstmals von einigen Krankenkassen erhoben wurden, kamen etwa 109 Millionen Euro herein.

Das Ministerium weist darauf hin, dass für 2011 mit einem Defizit in der Größenordnung von bis zu 11 Milliarden Euro zu rechnen ist. "Dies verdeutlicht den Handlungsbedarf für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, bei der die Ausgabenbegrenzung, eine Reform der Finanzierungsgrundlagen sowie die Bereitstellung zusätzlicher Bundesmittel von 2 Milliarden Euro unverzichtbare Bausteine sind."

Auf der Ausgabenseite gab es bis Ende März bei den Ärztehonoraren ein Plus von 4,8 Prozent je Versicherten, bei den Krankenhäusern einen Zuwachs von 5,3 Prozent. Für Arzneimittel gaben die Kassen (ohne Impfkosten) 3,9 Prozent mehr aus. "Der hohe Ausgabenanstieg der letzten Jahre hat sich somit bei den Medikamenten nahezu unvermindert fortgesetzt." Dazu hätten vor allem teure, patentgeschützte Mittel beigetragen.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen