Der geplante Medikationskatalog könne zu mehr Wirtschaftlichkeit beitragen und die Versorgungsqualität verbessern, sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery laut einer Mitteilung am Dienstag in Berlin.
Die Koalition will laut bestätigten Medienberichten zunächst modellhaft eine solche Liste von Wirkstoffen ermöglichen. Die Ärzte sollen dann die Wirkstoffe aus dieser Liste verordnen, die Apotheker wählen das entsprechende Arzneimittel aus. Die Organisationen der Kassenärzte und Apotheker hatten das Modell im April vorgestellt. Sie wollen damit vor allem Arzneimitteltherapien von Patienten mit mehreren Krankheiten und mehreren Mitteln in Dauermedikation verbessern.
Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Carl-Heinz Müller, sagte: "Wir gehen davon aus, dass die Politik das Konzept anschließend in die Regelversorgung übernimmt." Montgomery sagte, die Mehrheit der Ärzte unterstützte die Einführung einer Positivliste. Eine Befragung der Ärztekammer habe ergeben, dass 69 Prozent der Mediziner dafür sind, dass die Auswahl von Arzneimitteln künftig anhand einer solchen Liste von Arzneimitteln erfolgen würde.
Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) forderte: "Modellprojekte müssen auf jeden Fall so angelegt sein, dass Patientinnen und Patienten profitieren und die Entlastungen bei den Versicherten ankommen." Die Ärzte und Apotheker sehen vor, dass sie einen Teil der erwarteten Einsparungen bekommen. Das hatte scharfe Kritik der Krankenkassen hervorgerufen.



Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen