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Hinter den KulissenNotizen aus der Politik

Hinter den Kulissen - Politiker, ihre Ausgaben und Erlebnisse.

Minister Rösler eilt als Arzt zu Hilfe
Gelernt ist gelernt: Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat sich bei einem Auftritt in Wiesbaden auch als Arzt bewährt. Dabei hatte er vor dem Neujahrsempfang der hessischen Liberalen am Donnerstag noch gewitzelt: "Wenn Sie ein guter Arzt sind, müssen Sie nicht in die Politik." Doch als kurz nach seiner Rede eine ältere Dame einen Schwächeanfall erlitt, eilte der studierte Mediziner zu Hilfe. Mit Personenschützern brachte Rösler die Frau aus dem Saal, fühlte ihren Puls und kümmerte sich um sie, bis Sanitäter die Betreuung übernahmen. Hinterher äußerte er sich nicht zu dem Vorfall -ärztliche Schweigepflicht.

Künast nicht trendig
Renate Künast hält sich nicht für trendig - jedenfalls nicht in Sachen Mode. Beim Rundgang über die kleine Öko-Modemesse "Thekeyto" in Berlin begeisterte sich die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag am Donnerstag für weiße Abendkleider aus Bio-Baumwolle oder Wintermäntel aus recycelten Bundeswehrdecken. Doch tragen würde sie das nicht. "Für mich muss Kleidung büro- und plenarsaaltauglich sein", gab die 54-Jährige ihre Moderichtung vor. "Hosenanzüge, die sind so schön praktisch und lassen sich gut untereinander kombinieren." Mit Kleidern hat Künast nicht viel am Hut: "In den letzten 20 Jahren habe ich vielleicht fünfmal ein Kleid getragen."

Minister frisch verliebt
Schon immer hat Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) die Schönheit seines Heimatlandes in den höchsten Tönen gepriesen. Jetzt ist er der Schönheit der amtierenden Rapsblütenkönigin Ivonne Menzel (28) verfallen, wie er der "Ostsee-Zeitung" gestand. "Ja, wir sind frisch verliebt." Beide hatten sich schon 2004 kennengelernt, als Backhaus der Rostockerin zum ersten Mal die Rapsblütenkrone aufsetzte. Gefunkt habe es aber erst im vergangenen Jahr bei einer Hengstparade auf dem Landgestüt Redefin, sagte der 51 Jahre alte Minister und Pferdenarr der "Bild"-Zeitung. "Ich fühle mich wie im siebten Himmel!"

Innenminister-Sohn als "Porno-Rapper"
Warum soll ein Innenminister nicht die gleichen Sorgen mit seinen Sprösslingen haben wie andere Eltern? Das bekommt in diesen Tagen Bayerns stramm konservativer Ressortchef Joachim Herrmann (CSU) zu spüren. "Sein Sohn ist ein Porno-Rapper", titelte am Donnerstag die Münchner "Abendzeitung" - daneben Fotos von Vater und Sohn Jakob. Und dann zitierte die Zeitung fleißig lauter schlimme Wörter aus einem Rap-Video des 19-jährigen Filius, der sich selbst den Künstlernamen "Jackpot" gegeben hat. Das berüchtigte F-Wort ist - natürlich - auch zuhauf dabei. Wie sehr der Haussegen im Hause Herrmann nun möglicherweise schief hängt, muss dahingestellt bleiben. Am Freitag allerdings ist Sohnemanns "Skandal-Video" ("Abendzeitung") von der Internet-Plattform YouTube verschwunden.

Grüne entlarven Feinde der Deutschen Bahn
Die Bahn hat vier Feinde, frotzeln viele schon seit Jahren: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nun haben Sachsens Grüne sogar einen fünften Feind ausgemacht - den Fahrgast. Anders konnte sich die Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen am Donnerstag im Landtag in Dresden die Qualen der Bahn-Passagiere in den vergangenen Winterwochen nicht erklären: ausgefallene Züge, Verspätungen, keine Informationen, langes Warten - und das alles bei eisigem Frost. Titel der Debatte: "Endstation Winter - sächsische Fahrgäste auf dem Abstellgleis"

Ärztevize Montgomery vergrault Lauterbach
Beim opulenten Neujahrsempfang der deutschen Ärzteschaft in Berlin herrschte gute Stimmung. So war SPD-Mann Karl Lauterbach mit Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt im Smalltalk vertieft. Das Unglück nahm seinen Lauf, als der Vizechef der Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, zur Begrüßung anhob. Zuerst ordnete er Lauterbachs Grünen-Kollegin Birgitt Bender der FDP zu, was reichlich Gelächter hervorrief. Dann hieß Montgomery für die SPD nicht etwa Lauterbach willkommen, sondern die Abgeordnete Carola Reimann, obwohl die zu der Zeit noch gar nicht da war. Der gesundheitspolitische Fraktionssprecher mit der Fliege zog es daraufhin vor, noch während Montgomerys Rede zum nächsten Termin aufzubrechen.

Von Österreich lernen
Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusminister Jürgen Seidel (CDU) freut sich auf eine Woche Ski-Urlaub in Österreich. "Man kann dort immer gut studieren, wo wir mit dem Tourismus mal hinkommen wollen", sagte er. An den Österreichern gefalle ihm die "von innen kommende", manchmal herbe Fröhlichkeit. Dies rief den Widerspruch des Linksfraktionschefs im Landtag, Helmut Holter, hervor. Der Vorschlag, die österreichische Gemütlichkeit an die Küste zu importieren, sei untauglich. "Wir müssen schon mit den Vorzügen und Besonderheiten der Mecklenburger und Vorpommern die Gäste überzeugen." Welche das sein sollen, sagte er nicht.

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