Medizinische Versorgungszentren

Rheinland-Pfalz sieht Genossenschaft als Modell für Landarztpraxen

Die erste Ärztegenossenschaft in Rheinland-Pfalz könnte schon bald offiziell an den Start gehen. Im September entscheidet ein Ausschuss aus Vertretern von Ärzten und Krankenkassen darüber, ob die Medicus Eifler Ärzte eG in Bitburg die Zulassung bekommt.

Patient Arzt Untersuchung

Foto: Andreas Keudel (Fotolia)

Symbolfoto

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sieht in Ärztegenossenschaften ein zukunftsweisendes Modell, um die Versorgung mit Ärzten auch auf dem Land sicherzustellen und einen drohenden Ärztemangel zu verhindern.

"Die Signale sind sehr positiv, dass es eine Zulassung für Medicus geben wird. Dann hätten wir die ersten Ärztegenossenschaft im Genossenschaftsland Rheinland-Pfalz und eine der ersten in Deutschland", sagte Bätzing-Lichtenthäler im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Das ist auch für die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen ein gutes Modell." Rheinland-Pfalz feiert in diesem Jahr den 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der als Vater der Genossenschaftsidee gilt.

KV hielt zunächst Sicherheitsleistung für notwendig

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz hatte zunächst Bedenken gegen eine Zulassung der Genossenschaft in Bitburg, weil sie eine Sicherheitsleistung für notwendig hielt. Beide Seiten fanden im Juli einen Kompromiss. Die Genossenschaft plant nun, das Regressrisiko per Versicherung abzusichern. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Bätzing-Lichtenthäler geschrieben, dass eine Bürgschaft für ein genossenschaftliches medizinisches Versorgungszentrum nicht notwendig ist - nur für eine GmbH.

Ein medizinisches Versorgungszentrum ist eine Ärztegemeinschaft - das können Haus- oder Fachärzte sein. MVZ sind zum Beispiel als Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GmbH oder eben Genossenschaft organisiert. Das Bundesgesundheitsministerium hält diese Zentren für sinnvoll. "Medizinische Versorgungszentren stärken vor allem in ländlichen Regionen die ambulante Versorgung", sagte eine Sprecherin in Berlin. Deshalb seien die Möglichkeiten für eine Gründung weiterentwickelt worden. Auch Kommunen können sie gründen.

Eifeler Ärzte warten auf Entscheidung über Zulassung im September

"Deutschlands erste Ärztegenossenschaft" - als Trägerin eines MVZ - nennt sich das Ägivo Ärzteteam in Lindenfels im Odenwald (Südhessen). Die Eifeler Ärzte warten erst noch auf die Entscheidung über ihre Zulassung im September. Sie schreiben auf ihrer Internetseite: "Unser Ziel ist es, die ärztliche Versorgung auch weiter dauerhaft in der Verantwortung der im ambulanten Bereich des Gesundheitswesens tätigen Ärztinnen und Ärzte zu belassen, auch wenn für das Organisationsmodell der freiberuflichen Einzelpraxis nicht mehr genügend Mediziner gewonnen werden können."

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