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AOK-ReportRund 19.000 Tote durch Behandlungsfehler

In rund 190.000 Fällen jährlich verursachen Behandlungsfehler in Deutschlands Krankenhäusern nach Schätzungen gesundheitliche Schäden bei Patienten. Geschätzt rund 19.000 Todesfälle gingen auf solche Fehler zurück.

Das geht aus dem in Berlin veröffentlichten AOK-Krankenhausreport hervor. Die Zahl der unerwünschten, vermeidbaren Zwischenfälle liege sogar noch höher: Zwischen 360.000 und 720.000 Mal passierten in den Kliniken pro Jahr Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. Zu den Problemen zählen laut der Studie Fehler bei der Medikamentengabe oder mangelnde Hygiene. Auch im Operationssaal könnten Patienten demnach nicht immer auf einen optimalen Ablauf vertrauen. Oft böten Krankenhäuser Operationen an, obwohl sie vergleichsweise wenig Erfahrung in den jeweiligen Bereichen hätten.

AOK ruft zu mehr Spezialisierung auf
Die Experten riefen zu mehr Spezialisierung auf: Wenn eine Klinik einen Eingriff besonders häufig durchführe, seien die Ergebnisse auch besser. Mit der Routine wachse der Behandlungserfolg.

BÄK: Übliche Vorwurfspolitik
Die Bundesärztekammer kritisiert den Bericht als "durchsichtiges politische Manöver", das Thema mit Negativschlagzeilen zu besetzen. Statt der üblichen Vorwurfspolitik hätten wir gerne von den AOK-Verantwortlichen gehört, was ihr Bundesverband ernsthaft unternimmt, um die Probleme zu mildern.

DKG: Rationalisierungszwang zu Lasten der Qualität
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schlägt in dieselbe Kerbe. Die Krankenkassen forderten Maximales und seien nicht bereit, für die Mehrkosten, die den Kliniken entstehen, aufzukommen, so DKG-Geschäftsführer Georg Baum. Qualität und Sicherheit erforderten Ressourcen für mehr und permanent fortgebildetes Personal und moderne Ausstattungen. Solange höhere Personalvorhaltungen nicht ausgeglichen würden, bliebe ein zu Lasten von Qualität und Sicherheit wirkender Rationalisierungszwang.

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