Niedersächsische Krankenhausgesellschaft

Rund 60 Prozent der Krankenhäuser sollen nicht mehr an Notfallversorgung teilnehmen

Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft kritisiert den Bundeszentralismus und stellt ein Positionspapier zur Sicherung einer Versorgung in hoher Qualität vor.

NKG-Mitgliederversammlung

Daniel-Meier (NKG)

Helge Engelke (Verbandsdirektor Niedersächsische Krankenhausgesellschaft NKG), Staatssekretär Heiger Scholz und NKG-Vorsitzender Dr. Hans-Heinrich Aldag (von links).

Um auch in Zukunft eine flächendeckende medizinische Versorgung von höchster Qualität anbieten zu können, müssen sich die Rahmenbedingungen der Krankenhäuser in Niedersachsen erheblich verbessern. „Der Bund nimmt immer mehr Einfluss auf die Krankenhausplanung der Länder“, sagte Dr. Hans-Heinrich Aldag, Vorsitzender der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), während der Mitgliederversammlung. „Bei diesen Eingriffen werden jedoch nicht die Besonderheiten eines Flächenlandes wie Niedersachsen berücksichtigt.“

So sei eine Neuregelung der Notfallversorgung geplant. Die gesetzliche Krankenversicherung habe ein bundeszentrales Konzept entwickelt, das in Niedersachsen zu einem Ausschluss von rund 60 Prozent der Krankenhäuser aus der neu definierten Notfallversorgung führen würde“, so der Vorsitzende. Die Umsetzung würde dazu führen, dass in Niedersachsen ganze Regionen weiße Flecken in der Notfallversorgung aufweisen.

Krankenhäuser in Niedersachsen erhalten weniger Geld

„Das Land Niedersachsen muss eine uneingeschränkte Krankenhausplanung vornehmen können, um so die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, ohne dass zentralistische Vorgaben ohne Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse in die Versorgung eingreifen“, appelliert auch Verbandsdirektor Helge Engelke.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern bekommen die Krankenhäuser in Niedersachsen trotz gleicher Leistung in gleich hoher Qualität weniger Geld. „Im Jahr 2017 haben die Krankenhäuser zum Beispiel für die Behandlung einer schweren Herzschwäche 584 Euro weniger erhalten als beispielsweise Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz. Hochgerechnet auf alle Leistungen in 2017 ergeben sich 342 Millionen Euro, die den Krankenhäusern in Niedersachsen fehlen“, erklärte Helge Engelke.

Erhöhung der jährlichen Einzelförderung lasse weiter auf sich warten

Verstärkt wird die Unterfinanzierung durch eine ebenfalls unzureichende Investitionsfinanzierung durch das Land. „Leider war die Erhöhung der Fördermittel im Rahmen des so genannten Sondervermögens nur ein einmaliges Strohfeuer. Die im Wahlkampf versprochene dauerhafte Verbesserung für die Krankenhäuser durch Erhöhung der jährlichen Einzelförderungen auf mindestens 200 Millionen Euro lässt weiter auf sich warten“, so der Verbandsdirektor. Die Krankenhäuser fordern daher weiterhin eine deutliche Anhebung der Einzel- und Pauschalförderung sowie eine Erhöhung des Landesbasisfallwertes.

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