"Angesichts der Diskussion um Zusatzbeiträge sollten wir darüber sprechen, ob die Vergütung von Kassenvorständen nicht zu hoch ist", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Bei Banken werden Boni auch zu Recht infrage gestellt." Das Bundesgesundheitsministerium solle schärfere Vorschriften zu den Gehältern der Kassenvorstände machen. Gehaltserhöhungen müssten genehmigt werden. "Hier sollen auch die Arbeitgeber und Gewerkschaften ein Mitspracherecht bekommen."
Zuletzt hatte der Bundesrechnungshof Kritik an den Vergütungen der Kassen-Funktionäre geübt. So wies die jüngste Veröffentlichung der Gehälter für den Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, knapp 246 000 Euro aus sowie eine Prämie von 50 000 Euro angesichts der Fusion mit der IKK-Direkt. Bei der Barmer erhielten Vorstandsmitglieder ausweislich des Bundesanzeigers 198 000 Euro. Bei der AOK Bayern waren es 176 000 Euro für den Chef. Die Chefin des GKV-Spitzenverbands verdiente 225 000 Euro, der Chef des AOK-Verbands erhielt 180 000 Euro. 260 000 Euro gingen an Vorstandsmitglieder der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
Im vergangenen Jahr seien die Gehälter leicht gestiegen, berichtete die "Rheinische Post". An der Spitze liege weiter Klusen, auf Platz zwei DAK-Chef Herbert Rebscher mit einem Jahresgehalt von 235 287 Euro. Die DAK erhebt als erste Großkasse Zusatzbeiträge.
Gesundheitsstaatssekretär Daniel Bahr (FDP) hatte Forderungen nach gesetzlichen Begrenzungen zurückgewiesen: "Wir wollen verantwortungsbewusste Manager und keine Behördenleiter an der Spitze von Krankenkassen." Nicht der Staat, sondern die Verwaltungsräte der Kassen seien zuständig für die Vergütung.
Ferner forderte Söder in dem Interview ein verstärktes Eintreten gegen die Verwaltungskosten der Kassen, die acht bis neun Milliarden Euro betrügen.


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