Die Frau steht im Verdacht, in einer Klinik bei Hannover mindestens 13 Patienten mit zu hohen Schmerzmittel-Dosen umgebracht zu haben. Sie selbst betont, die Behandlung sei vor allem zur Schmerzlinderung und Sterbegleitung bestimmt gewesen.
Der Prozess gegen die 61-Jährige im Landgericht Hannover läuft seit über einem Jahr. Am Dienstag zog das Gericht erstmals Zwischenbilanz. Bislang wurden sechs Patientenschicksale verhandelt. In zwei Fällen deute vieles auf vorsätzliche Taten hin, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch. "Es muss geprüft werden, ob das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt ist." In keinem Fall sei von einer natürlichen Todesursache auszugehen.
Die angeklagten Todesfälle geschahen zwischen 2001 und 2003 in der Paracelsus-Klinik in Langenhagen. Dort starben Patienten, nachdem die Internistin ihnen hoch dosierte Mengen Morphium und Valium verordnet hatte. Strittig ist vor Gericht unter anderem, ob die Kranken an den Schmerzmitteln starben oder an ihren Ursprungsleiden.
Die angeklagte Ärztin hatte zu Beginn des Prozesses betonte: "In keinem der 13 Fälle habe ich die letzte Lebenszeit meiner Patienten durch Morphium verkürzt." Die Ermittlungen gegen die Frau waren ins Rollen gekommen, nachdem einer Krankenkasse der hohe Schmerzmittel- Verbrauch in der Klinik aufgefallen war.


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