Klinikschwund

Bauaktivitäten deutscher Kliniken stagnieren

Es gibt immer weniger Krankenhäuser in Deutschland. Wie steht es mit den Bauaktivitäten im Gesundheitswesen? Der Münchner Informationsdienstleister Schwab Marketing registriert in seiner aktuellen Marktstudie für 2019 erneut einen Anstieg der Baumaßnahmen – allerdings weniger als noch vor einem Jahr.

Bagger

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Ganze 1 088 Vorhaben von Neubauten, Umbauten oder Sanierung sind im deutschen Gesundheitswesen aktuell am Laufen – lediglich 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr (1 075): Dies ergibt sich aus der Marktstudie „Krankenhausbauprojekte in der Bundesrepublik Deutschland – 2019 und Folgejahre“ des Informationsdienstleisters Schwab Marketing. Darin werden Bauaktivitäten deutscher Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen erfasst. Der Zuwachs von 2017 auf 2018 betrug dagegen noch stolze 7 Prozent.

Dass die Zahl der Projekte in diesem Jahr leicht stagniert, ist laut Geschäftsführer Gerd Schifferdecker aber nicht gleichbedeutend mit einem Rückgang der Gesamtinvestitionen aller Baumaßnahmen: „Es sind zwar etwas weniger als im Vorjahr, auf der anderen Seite gibt es hinsichtlich der Summe des Investitionsvolumens aller hier dargestellten Bauprojekte aber keine Veränderung.“ Dieses schätzt der Marktforscher auf insgesamt 25 Milliarden Euro (inklusive der Kosten für deren Einrichtungen). Ausschlaggeben dafür sei nach wie vor die steigende Anzahl der Klinikzusammenschlüsse.

Durch Standortschließungen und das Zusammenlegen einzelner Häuser müsse andernorts aufgestockt werden, um der dort gewachsenen Anzahl der Patienten gerecht zu werden. Auch der Zwang, sich stärker zu spezialisieren, spiele hier eine immer größere Rolle. Die jährlich aufgelegte Studie gilt als fast seismografisches Register für Bauaktivitäten im Gesundheitswesen, weil sie neben den laufenden sowie konkret geplanten Projekten auch solche erfasst, die sich erst im sehr frühen Stadium der Vorplanung befinden.

Energiesparen wird ein noch größeres Thema

Ergänzend werden auch gut 200 Kliniken benannt, deren Projekte gerade abgeschlossen wurden.Nach Schifferdeckers Beobachtungen investieren Kliniken nach wie vor stark in Sanierungsmaßnahmen – insbesondere in eine Erneuerung von Operationssälen und Intensivstationen. „Das ist der Kern eines jeden Krankenhauses, in dem man einfach gutes Auskommen schaffen kann – daher wird versucht, diese Bereiche permanent zu optimieren.“ Zudem werde nach wie vor viel Geld in Energieeffizienz, Brandschutz-, Gebäude- oder Medizintechnik sowie in psychiatrische, neurologische, geriatrische Abteilungen gesteckt.

„Das Thema Energiesparen wird zukünftig sogar noch mehr Aufmerksamkeit erfahren“, prognostiziert Schifferdecker.Auffällig sei, dass weiterhin viele Planungen geschoben werden. „Vor dem Hintergrund der Diskussionen darüber, dass es zu viele Kliniken in Deutschland gäbe, stehen viele Betreiber vor einer unsicheren Zukunft und halten sich daher mit Investitionen zurück. Hinzu kommt, dass einige Bauprojekte bereits schon weiter fortgeschritten sein sollten, als sie es de facto sind. Denn viele Baufirmen haben derzeit zu wenige Fachkräfte“, so der Marktforscher.

Was die Bauaktivitäten der einzelnen Bundesländer betrifft, hat Bayern die Nase vorn, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Das Gesamtvolumen im zweistelligen Milliardenbereich wird laut Schifferdecker durch die überdurchschnittlich starke Investitionsfreudigkeit der privaten Klinikketten getrieben.

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